Jahresrückblick

Bereich Gas: Tätigkeiten und Ergebnisse 2016

Ing. Thomas Podingbauer, Bereichsleiter Gas: "Das G K-Regelwerk wurde Realität. Alle alten Regeln für die Gasinstallation wurden 2016 zurückgezogen und durch die neu zusammengestellten ersetzt. Diese sind in gedruckter Form im praktischen Ordner oder als PDFDownload erhältlich. Die seit 1955 bekannte G 1 (TR-Gas) ist somit Geschichte. Gleichzeitig wurde ein neues ABO-System geschaffen. Die Abonnenten haben so immer die aktuellen G K-Richtlinien zur Verfügung. Die Regeln können in beiden Versionen aber auch einzeln erworben werden. Die Behandlung dieser neuen Regeln ist in den diversen Landesgesetzen teilweise noch offen. Somit gilt verwaltungstechnisch gesehen manchmal noch die G 1, dem Stand der Technik entspricht allerdings in ganz Österreich die G K-Serie, Ausgabe August 2016.
Gleichzeitig mit Herausgabe der neuen Regeln wurde intensiv an entsprechenden Spezialkursen für den Bereich der Inneninstallation gearbeitet. Diese Kurse richten sich in erster Linie an Installateure und Rauchfangkehrer, selbstverständlich ebenso an Gasnetzbetreiber und die Zulieferindustrie. Besonders für die erstgenannten Zielgruppen ist es wichtig, technisch up-to-date zu sein.
Weitere Schwerpunkte im Bereich Gas waren neue Forschungsthemen und neue Schulungen für das Personal der Gasnetzbetreiber. Für Gasspürer und Korrosionsschützer sind neue Regeln herausgegeben worden. Die Beobachtung der europäischen Normentwicklung der Gasqualität war ein Highlight des Jahres. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei den betroffenen Mitarbeitern, die mich in der längeren Abwesenheit hervorragend unterstützt haben, herzlich bedanken!“

Interessenvertretung

Im Jahr 2016 nahmen zwei Mitarbeiter der Geschäftsstelle sowie einige Vertreter der Gasnetzbetreiber wieder an zahlreichen Sitzungen in einigen nationalen und 13 europäischen Normengremien teil. Der Schwerpunkt der internationalen Normung lag nach wie vor beim Thema „Gasqualität“.
Bei MARCOGAZ, der europäischen technischen Vereinigung der Gasnetzbetreiber, stand ebenfalls das Thema „Gasqualität“ im Vordergrund. Im Rahmen der Mitgliedschaft bei IGU, der Internationalen Gas Union, sind Vertreter der österreichischen Gasnetzbetreiber auch in verschiedenen Gremien der weltweit agierenden Organisation tätig.

Mitgliederbetreuung

Die bereits übliche Kundenzufriedenheitsmessung bei den Gasnetzbetreibern wurde wieder durchgeführt. Die Kundinnen und Kunden bewerteten ihre Gasnetzbetreiber in den drei Dimensionen Zuverlässigkeit, Sicherheit und Qualität erneut hervorragend. Dieses sehr positive Ergebnis wurde auch wieder in einer Presseaussendung kommuniziert.
Die jährliche Störungsstatistik für die Gasnetzbetreiber wurde wieder erstellt und im zuständigen Fachausschuss kommentiert. Die Ergebnisse wurden exklusiv an die Gasnetzbetreiber kommuniziert.
Zu den Mitgliedsfirmen im Gasbereich erfolgte der Erfahrungsaustausch im Rahmen des Fachausschusses FIGA – Firmen im Gasfach und über deren Delegierte, welche in den Ausschüssen das Bereiches Gas mitarbeiten.
Mit vier Ausgaben des „Erdgastelegramms“ konnten wieder alle Ausschussmitarbeiterinnen und -mitarbeiter über die Tätigkeiten des Bereiches Gas regelmäßig informiert werden.

Aktualisierung und Ausbau des Regelwerks

Bereich Kundenanlagen: Die 13 neuen Richtlinien der Serie G K wurden mit Vertretern der Landesbehörden finalisiert, anschließend erfolgte die Verabschiedung in den Gremien der ÖVGW. Das Erscheinungsdatum der Serie G K ist der 1. August 2016, zahlreiche alte Richtlinien wurden per 31. Juli 2016 zurückgezogen.
Bereich Gasnetzbetreiber: Für den Kernkompetenzbereich der Gasnetzbetreiber wurden fünf Richtlinien in der neuen Regelwerkstruktur veröffentlicht. Als Schwerpunkt können dabei die drei Richtlinien für den kathodischen Korrosionsschutz komplexer Erdgasleitungsanlagen angesehen werden. Für den Bereich des Gasspürens wurden zwei Richtlinien überarbeitet. Die ehemalige Richtlinie G 101 „Ausbildung und Prüfung von Gasspürern“ wurde in die neue Regelwerkstruktur übergeführt und als G O321 „Ausbildung und Prüfung von Gasspürern“ verabschiedet.
Sonstige Regeln: Außerhalb des Kompetenzbereiches der Gasnetzbetreiber und auch nicht im Bereich der Kunden- Erdgasanlagen wurde an der Aktualisierung der Richtlinie G 96 „CNG (Compressed Natural Gas) – Betankungsgeräte“ und der Anerkennung dieser Richtlinie als spezielles Prüfprogramm gemäß Druckgeräteüberwachungsverordnung gearbeitet. Die Überarbeitung und Anpassung an den aktuellen Stand der Technik der Richtlinie G 107 „Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen“ wurde begonnen.


Forschung

Die Beteiligung am Projekt „HIPS-Net“ soll den Stand der Technik und die europäische Entwicklung der Wasserstoffeinspeisung in das Erdgasnetz beobachten. Jährlich findet ein Workshop statt und quartalsmäßig werden Newsletter veröffentlicht.
Die Fortführung des Projekts „Magnetismus nach MFL-Molchung“ wurde genehmigt. Auf Basis der zuvor mittels numerischer Berechnungsmethoden gewonnen Erkenntnisse wurden Versuche zur Magnetisierung und Entmagnetisierung an Isolierstücken unter Laborbedingungen durchgeführt. Da nicht alle Forschungsfragen entsprechend beantwortet werden konnten, wird das Projekt im Jahr 2017 fortgeführt.
Das PCCL-Projekt 2014-2016 behandelte die bruchmechanische Bewertung von unter Druck stehenden Gas- und Wasserleitungssystemen unter Berücksichtigung der relevanten Einbaubedingungen.
Ein Projekt mit dem Titel PIPE-SENS wurde mit der TU-Graz und sieben Gas-Unternehmen Ende 2016 noch in Angriff genommen. Es handelt sich um eine Interpretation von Messungen an Glasfaserkabeln, die Rückschlüsse zu Beschädigungen bzw. Erdbewegungen an oder bei Gasleitungen ermöglichen soll. Das Projekt läuft bis 2019.

Marketing und Kommunikation

Die von der ÖVGW und dem FGW getragene „Initiative Gas“ wurde 2016 erfolgreich fortgesetzt. Im Zentrum standen eine Dialogkampagne, die sich an Entscheidungsträger aus den Bereichen Politik, Medien und Wirtschaft richtete (Argumente für Erdgas, Beiträge von Gas zur Energiestrategie, Online-Gewinnspiel), sowie eine klassische Werbekampagne mit TV-Einschaltungen (Zielgruppe Privatpersonen mit Bauvorhaben; Kooperation mit der Sendung „Pfusch am Bau“). Ergänzend dazu ist in Hinblick auf die Erarbeitung einer österreichischen Energieund Klimastrategie die Broschüre „Gas: Der Schlüssel in eine grüne Zukunft“ erschienen. Zudem wurde im Rahmen der Initiative das Thema „Ökologische Bewertung verschiedener Heizsysteme im Wohnbau“ in einer Studie beleuchtet.
Die laufende Aktualisierung der Homepage, regelmäßige Newsletter im Rahmen der „Initiative Gas“, Pressegespräch und -aussendungen im Besonderen zum Erscheinen der G K-Richtlinien sowie das „Erdgastelegramm“ rundeten die Tätigkeiten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit ab.

Weiterentwicklung von Schulungen im Bereich Gas

Die Überarbeitung und Aktualisierung der Unterlagen für den Kurs „Basiswissen Gas“ wurden Anfang des Jahres fertig gestellt. Im Zuge der Überarbeitung dieser Kursunterlagen wurde auch die Notwendigkeit einer Aktualisierung der Richtlinie G O310 „Personalqualifikationen, Aus- und Weiterbildung“ im Hinblick auf die organisatorischen Punkte zur Schulungsdurchführung erkannt. Die Überarbeitung wurde durchgeführt und die neue Regel ist mit Februar 2017 erschienen. Nachdem im August die neuen Regeln für Kunden- Erdgasanlagen (G K-Serie) herausgekommen sind, wurden drei Schulungen zu diesem Thema ausgearbeitet.
Besonders Augenmerk legte man auf das Personal von Industrie und Gewerbe, die ihre eigenen Gasanlagen überwachen sollen bzw. müssen. Ein neuer Kurs mit dem Titel „Umgang mit Erdgas in Gewerbeund Industrieanlagen“ wurde dafür erarbeitet und wird 2017 zur Verfügung stehen.