Geschichte


Kurz gefasst

Im Sommer 1881 beschlossen maßgebliche Vertreter der heimischen Gasindustrie in Wien, gemeinsam gegen eine geplante Gassteuer vorzugehen und gründeten am 13. August den „Verein der Gas-Industriellen in Österreich-Ungarn“. Schon 15 Jahre später wurde das Wasserfach in den Verein integriert.

Nach mehrfacher Namensänderung trägt die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach ihre heutige Bezeichnung seit 1954. Schon 1947 wurde die Vergabe einer Prüfmarke für Qualitätserzeugnisse beschlossen: der Start der Produktzertifizierung. Personen wurde ab 1987, Unternehmen ab 2004 besondere Eignung für das Gas- oder Wasserfach bescheinigt, seit 1999 ist die ÖVGW eine akkreditierte Zertifizierungsstelle. Die erste ÖVGW-Richtlinie erging 1955, seit 2000 gelten die ÖVGW-Richtlinien als „anzuwendende Regeln der Technik“ im Sinne des Gaswirtschaftsgesetzes.

1881: Konstituierende Generalversammlung des „Vereines der Gas-Industriellen in Österreich-Ungarn“ am 13. August in Wien.

1896: Aufnahme des Wasserfaches in den Verein.

1897: Änderung des Vereinsnamens auf „Verein der Gas- und Wasserfachmänner in Österreich-Ungarn“.

1906: Mitwirkung am „Gasregulativ“, einer Verordnung des Handelsministeriums zu Herstellung, Benützung und Instandhaltung von Anlagen zur Verteilung und Verwendung brennbarer Gase (galt bis zum Inkrafttreten des Gaswirtschaftsgesetzes).

1913: Bildung einer Propaganda-Kommission „zur Wahrung der Interessen des Gasfaches auf allen Gebieten der Gasbeleuchtung und Verwertung“ (bis 1915).

1916: Gründung eines „Ausschusses zur Förderung der erhöhten Gewinnung der Nebenprodukte bei der Gas- und Kokserzeugung“ aufgrund der Rohstoff-Knappheit im 1. Weltkrieg.

1920: Änderung des Vereinsnamens auf „Verein von Gas- und Wasserfachmännern mit dem Sitz in Wien“, um Mitgliedern aus den Nachfolgestaaten der Monarchie eine weitere Mitgliedschaft bei ihrem „Stammverein“ zu ermöglichen. Weiterhin werden Zusammenkünfte und Fachvorträge zu Themen aus dem Gas- und Wasserfach organisiert und Statistiken zur Gaspreisentwicklung für die Gaswerke erstellt.

1921: Eingliederung in den „deutschen Verein von Gas- und Wasserfachmännern“ als Zweigverein.

1922: Erfolgreiche Abwehr der Besteuerung von Gaswerken mit einer Verbrauchsabgabe von bis zu 30 %.

1924: Änderung des Vereinsnamens auf „Österreichischer Verein von Gas- und Wasserfachmännern“ (verwendet 1924-1938 und 1946-1954). Beratungs- und Arbeitsschwerpunkte sind Werbemaßnahmen der Gaswirtschaft.

1938: Auf den „Anschluss“ Österreichs folgt ab 27. Mai die Zwangsverwaltung des Vereins, am 23. Juli wird die Vereinigung aufgelöst und in den NSBDT (Nationalsozialistischer Bund Deutscher Techniker), Gruppe 2 (Elektrotechnik, Gas, Wasser) eingegliedert.

1945: Antrag auf Reaktivierung des Vereins am 27. Oktober. Ende Dezember werden die Vereinsstatuten von der Sicherheitsbehörde genehmigt.

1946: Gründende Generalversammlung in Wien am 27. Mai – Neustart des Vereins.

1947: Eine außerordentliche Hauptversammlung in Wien beschließt die Schaffung einer Prüfstelle für Gasgeräte und einer ÖVGW-Prüfmarke zur Kennzeichnung einwandfreier Gasgerätetypen.

1949: Gemeinschaftswerbung für die Gaswerke Österreichs wird entwickelt, die erste Maßnahme werden „Briefe an die Hausfrau“ herausgegeben. Start der Veröffentlichung ÖVGW-geprüfter Gasgeräte in der Vereinszeitschrift.

1954: Änderung des Vereinsnamens auf „Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach“.

1955: Veröffentlichung der ersten ÖVGW-Richtlinie („Technische Vorschriften und Richtlinien für Einrichtung, Betrieb und Instandhaltung von Niederdruck-Gasanlagen – ÖVGW-TVR Gas“, später G 1).

1959: Start einer Initiative zur „Qualitätsprüfung von Materialien für die Wasserverteilung“; Herausgabe der „Richtlinien für Planung und Bau von Gasrohrleitungen“.

1969: Koordination von Gemeinschaftswerbung im Gasbereich; Beschluss zur Schaffung technischer Regeln und Richtlinien für das Wasserfach.

1977: Mitarbeit an der Gründung der Energieverwertungsagentur (EVA).

1978: Vereinbarung mit dem Österreichischen Normungsinstitut zur Koordinierung von ÖVGW-Regeln und ÖNORMEN.

1984: Start einer Erdgas-Informations- und Imagekampagne in Presse, TV und Rundfunk. Informationsfilm „Wasser in jedes Haus“, gemeinsam mit ORF.

1987: Erstmalige Verleihung des ÖVGW-Wassermeisterbriefes (Vorläufer des Wassermeisterzertifikats).

1992: 1. Österreichischer Gas-Marketing-Tag.

1995: Veröffentlichung des ÖVGW-Leitbilds.

1996: Die neue „Satzung 96“ betont die Förderung der Mitglieder, in- und ausländische Kontaktpflege, Versorgungssicherung und die Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs. Mit Einführung des CE-Zeichens wird die ÖVGW-Prüfmarke zur Qualitätsmarke. Start einer Image-Kampagne für Erdgas, ab 1998 rund um „Erdi“.

1999: Akkreditierung der ÖVGW als Zertifizierungsstelle. Erstmalige Vergabe des ÖVGW-Wassermeisterzertifikats.

2000: Verankerung des ÖVGW-Regelwerks im Gaswirtschaftsgesetz. Die ÖVGW Richtlinien gelten „als anzuwendende Regeln der Technik“.

2001: Zum 120-jährigen Bestandsjubiläum geht mit www.wasserwerk.at eine Internet-Plattform zur Präsentation von Wasserversorgungsunternehmen online.

2003: Tiefgreifende Veränderungen durch die Liberalisierung des Gasmarkts führen zur „Satzung 2004“, die ÖVGW wird als Gasnetzbetreiber-Verband positioniert. Die Website www.erdgasautos.at geht online. Start des Benchmarking-Projekts für die Trinkwasserversorgungswirtschaft.

2004: Schaffung der Qualitätsmarke „ÖVGW-zertifizierter Gasnetzbetreiber“.

2005: Beginn der Schulungen „Basiswissen Gas“ auf Grundlage der Richtlinie G 100. Eröffnung einer ÖVGW-Vertretung in Brüssel.

2006: Mit der Richtlinie G 33 „Regenerative Gase – Biogas“ wird auf den Wunsch der Landwirtschaft reagiert, Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen. Im Versorgungssicherheitsgesetz 2006 wird der „ÖVGW-zertifizierte Gasnetzbetreiber“ (Richtlinie-PV 200) im Gaswirtschaftsgesetz verankert.

2008: Der Vorstand beschließt eine neue Zukunftsstrategie, um die ÖVGW-Strukturen für neue Herausforderungen fit zu machen. Schaffung des neuen Bereichs „Schulung und Veranstaltung“.

2010: Im Zusammenhang mit der neu erschienenen Richtlinie G 1 werden erstmals umfassende Schulungen auch für Marktpartner angeboten und von dieser Zielgruppe gut angenommen.

2011: Schaffung der Qualitätsmarke „ÖVGW-zertifizierter Wasserversorger“.

2012: Erneuerung der Regelwerkstruktur Gas. Der Fokus auf schlagkräftige Interessenvertretung wird verstärkt.

Heute sind alle Gasnetzbetreiber, rund 230 Wasserversorger, etwa 260 Unternehmen der Zulieferindustrie und rund 350 Personen Mitglieder der Vereinigung.