Aktuell 2021


Österreich gut gerüstet, weitere Investitionen und Eigenverantwortung wichtig

In den Medien ist derzeit viel über ein mögliches Blackout zu lesen. Das wirft auch Fragen zur Trinkwasserversorgung im Krisenfall auf. Wie sicher ist es, dass während eines flächendeckenden Stromausfalls weiterhin frisches Trinkwasser in hoher Qualität aus der Leitung kommt und welche Vorsorgemaßnahmen können die Bürgerinnen und Bürger treffen?

In Österreich sorgen rund 5.500 Trinkwasserversorger – von großen Wasserwerken bis zu kleineren, regional organisierten Wassergenossenschaften – für eine reibungslose und sichere Versorgung mit Trinkwasser. Die Art der Trinkwasserversorgung ist landesweit durch die unterschiedlichen topographischen Gegebenheiten, von der pannonischen Tiefebene über alpines Hochgebirge bis hin zu Seenlandschaften, sehr vielfältig. Entsprechend divers sind auch die Vorkehrungen für ein mögliches Blackout in den Regionen.

Regionale Unterschiede in der Blackout-Vorsorge

Wiener Wasser fließt aus den steirisch-niederösterreichischen Alpen im natürlichen Gefälle ohne eine Pumpe bis in die Stadt. Das bedeutet, dass das Wiener Wasser ohne Strom nach Wien fließt. Das Wiener Stadtgebiet liegt größtenteils topographisch tiefer als die Wasserbehälter, sodass die Wasserversorgung mithilfe der Schwerkraft erfolgt. Dies gilt ebenso für viele gebirgige Regionen Österreichs.

Anders ist die Lage im Alpenvorland, etwa in Wels. Hier muss das Trinkwasser aus Brunnen gepumpt werden, um zu den Haushalten zu gelangen. Wolfgang Nöstlinger, Vorstandsdirektor der Welser eww Gruppe und ÖVGW Vize-Präsident und Sprecher im Wasserfach: „Hier in Wels sorgen wir mittels Notstrom-Aggregaten vor. So können wir die zentrale Trinkwasserversorgung im Falle eines Blackouts aufrechterhalten.“ Auch viele kleine Wasserversorger sind mit solchen Notstrom-Aggregaten ausgestattet.

Wieder anders sorgt man im Süden Österreichs vor: Das Wasserwerk der Stadt Villach hat ein „Wassermobil“ entwickelt, mit dem im Krisenfall energie- und witterungsunabhängig die Trinkwasserversorgung für einzelne Netzbereiche, Objekte, Gewerbebetriebe usw. aufrechterhalten werden kann.

Was jede und jeder Einzelne zur Vorsorge tun kann

Aufgrund dieser regionalen Unterschiede – von Quellen zu Brunnen, von großen urbanen Versorgern bis zu regionalen Genossenschaften – appelliert Nöstlinger an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger und empfiehlt: „Informieren Sie sich direkt in Ihrer Gemeinde oder bei Ihrem Wasserversorger. Dieser kann Ihnen genau sagen, was im Falle eines Blackouts in Ihrem jeweiligen Versorgungsgebiet genau geschieht und welche Maßnahmen zur Vorsorge getroffen wurden.“

Zu dieser Eigenverantwortung gehört es außerdem, sinnvolle Vorbereitungen zu treffen. Für die Trinkwasserversorgung heißt das konkret, nach Rücksprache mit dem Trinkwasserversorger Flaschenwasser für den Zeitraum einzulagern, für den die Trinkwasserversorgung eventuell ausfallen könnte. Empfohlen wird generell eine Menge von 2 Litern pro Person und Tag.

Das Befüllen von Badewannen oder Containern sei hingegen nicht sinnvoll – dieses Befüllen kann zum Problem werden, wenn die Trinkwasserversorger im Hintergrund dabei sind, die Versorgung aufrechtzuerhalten: Werden die Wasserbehälter zu rasch geleert, verkürzt sich der Zeitraum in dem die Wasserbehälter als Puffer die erforderliche Menge für die Bevölkerung zur Verfügung stellen können.

Grundbedürfnisse haben Vorrang: Trinkwasser als Lebensmittel und für Hygiene

Um den Zeitraum ohne Strom gut zu überbrücken, müsse man sich außerdem auf das Nötigste beschränken: „Die Trinkwassernutzung als Lebensmittel und für die Hygiene hat im Krisenfall absoluten Vorrang. Vor allem in den großen Städten besteht die Gefahr von Seuchen, wenn es kein Wasser gibt und damit die WC-Spülungen ausfallen.

Die Wasserwerke sind darauf eingerichtet, auch im Notfall den täglichen Bedarf an Trinkwasser zum Kochen und Trinken und die Hygiene liefern zu können“, so Nöstlinger. Und schließlich heißt es im Krisenfall: Ruhe bewahren und die Informationen der Behörden ernst nehmen.

Versorgungsunternehmen bereiten sich aktiv vor

Selbstverständlich liegt es nicht nur an der Bevölkerung, vorzusorgen. Die Trinkwasserversorgung ist ein zentrales Element der Daseinsvorsorge – daher gibt es für die Trinkwasserversorger ein Regelwerk, in dem festgeschrieben ist, wie sie sich für den Krisenfall vorzubereiten haben. Dazu gehört auch die Richtlinie W74 der ÖVGW, der österreichweite Standard für alle Trinkwasserversorger: „Trinkwassernotversorgung – Erfolgreiches Krisenmanagement in der Wasserversorgung“.

Die Trinkwasserversorger verfügen über Notfallpläne und die Branche bereitet sich mit Schulungen und Übungen aktiv vor. Zu den Maßnahmen zählen etwa laufende Wartungsarbeiten, der Zusammenschluss mit anderen Wasserversorgern zu einem Leitungsverbund, die Ausstattung wichtiger Anlagenteile mit Notstromaggregaten, aber auch ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst in den Wasserwerken mit bestens geschultem Personal, das das System auch manuell bedienen kann. „Die österreichischen Wasserwerke und Trinkwasserversorger sind gut vorbereitet, um im Krisenfall schnell und professionell reagieren zu können“, so Nöstlinger. Um die Trinkwasserversorgung für den Krisenfall und damit im Fall eines Blackouts flächendeckend zu sichern, seien aber in jedem Fall weitere Investitionen in den Ausbau der Trinkwasser-Infrastruktur wichtig: „Als Interessenvertretung der Trinkwasserversorger steht das Thema Blackout-Vorsorge ganz oben auf unserer Agenda und wir fordern die Politik auf, entsprechende Rahmenbedingungen für weitere Investitionen in den Ausbau der Trinkwasser-Infrastruktur zu ermöglichen“, so Nöstlinger und konkretisiert: „Dazu gehören etwa auch Förderungen für präventive Maßnahmen, die über Leitungsausbau und Behälterbau hinausgehen“. Die ÖVGW schlägt eigene Förderschienen vor, damit sich kleine und mittlere Trinkwasserversorger umfassend auf Krisen wie Blackouts vorbereiten können.

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessenvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt rund 270 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern circa 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser aus Quellen und Brunnen gewonnen. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser auch in Zeiten des Klimawandels im Fokus.


ÖVGW fordert Vorrang für Trinkwasserversorgung und starken Schutz des Grundwassers in Österreich

Am 13. September 2021 wurde die Studie Wasserschatz Österreichs vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) veröffentlicht. Die umfassende Studie untersucht den aktuellen Wasserbedarf für ganz Österreich ebenso wie die zu erwartenden Entwicklungen in den nächsten 30 Jahren im Hinblick auf den Klimawandel. „Wir freuen uns, dass diese schon lange von uns geforderte Studie nun mit detaillierten Fachgrundlagen vorliegt. Damit haben wir eine wichtige Datenbasis für die Trinkwasserversorgung und das zukünftige Trinkwassermanagement“, so Wolfgang Nöstlinger, ÖVGW Vizepräsident und Sprecher im Wasserfach und betont: „Die Studie zeigt, dass der Klimawandel und der damit einhergehende Druck auf die Grundwasserkörper keine weiteren Verzögerungen zulassen. Wir müssen jetzt handeln. Wir Trinkwasserversorger fordern daher langfristige Vorsorgemaßnahmen zum quantitativen und qualitativen Schutz unserer kostbaren Ressource.“

Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Wasserschätze: Abnahme von bis zu 23 % bis 2050 möglich

Österreich ist ein wasserreiches Land und in der glücklichen Lage, seinen Trinkwasserbedarf zu 100 % aus gut geschützten Quellen und Brunnen decken zu können. Eine Tatsache, die nicht zuletzt für den heimischen Tourismus eine wichtige Rolle spielt: Österreich punktet bei vielen ausländischen Gästen mit seinen ökologisch intakten Gewässern und dem hervorragenden Trinkwasser aus der Leitung.
Auch die Studie zeigt, dass der aktuelle Wasserbedarf nachhaltig aus dem Grundwasser gedeckt werden kann. Aber: Durch die Auswirkungen des Klimawandels könnten die verfügbaren Grundwasserressourcen in Österreich bis 2050 um bis zu 23 % von derzeit 5,1 Mrd. m3 auf 3,9 Mrd. m3 abnehmen – und dies bei einem prognostizierten Anstieg des jährlichen Gesamtbedarfs um 5-7 % auf 3,33 Mrd. m3 im Jahr 2050. „Die Klimakrise mit ihren Wetterextremen und Trockenperioden liegt nicht in der Zukunft – sie ist bereits da und deutlich spürbar. Regional und saisonal haben wir in Österreich in den letzten Jahren bereits Engpässe erlebt“, so Wolfgang Nöstlinger.
„Mit der Gegenüberstellung von vorhandenen Grundwassermengen und Wasserrechten ist ein Meilenstein erreicht“, so Nöstlinger weiter, „allerdings weist die Studie einige Lücken auf, die so schnell wie möglich geschlossen werden müssen. Zum Beispiel sind viele Grundwasserentnahmen mengenmäßig noch nicht erfasst.“ Selbst der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) hält fest, dass sich bestimmte Grundwasserkörper aufgrund einiger heißer und trockener Sommer nicht wie üblich gefüllt haben.

ÖVGW fordert gesetzliche Vorrangregelung für Trinkwasserversorgung

Konkret fordert die ÖVGW sofortige Vorsorgemaßnahmen in Form von Investitionen in die Infrastruktur und den Bau von Verbundleitungen, sowie eine gesetzliche Verankerung des Versorgungsauftrages in das Wasserrechtsgesetz aus dem Jahr 1959: „Als Trinkwasserversorger tragen wir große Verantwortung. Daher sehen wir es als unsere Pflicht, vom ungünstigsten in der Studie dargestellten Szenario auszugehen, um im Krisenfall gut vorbereitet zu sein. Dazu braucht es umfassende Vorsorgemaßnahmen und eine gesetzlich verankerte Vorrangregelung für die Trinkwasserversorgung“, so Wolfgang Nöstlinger. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung der Bevölkerung und Haushalte mit Trinkwasser zum Kochen und Genießen – auch der Aspekt der Hygiene spielt eine wesentliche Rolle: Wasser wird für die sanitäre Entsorgung (z.B. WC-Spülung) benötigt. Fällt diese Versorgung aus, besteht das Risiko flächendeckender Seuchen.

Nutzungskonflikten entgegenwirken

Denn wie das „Wasserschatzszenario ungünstig“ der Studie zeigt, steigt in einigen Szenarienregionen die Nutzungsintensität über 75 % und in einigen Szenarienregionen kann der Bedarf die verfügbare Grundwasserressource übersteigen. Dadurch können sich regional Nutzungskonflikte ergeben. „Österreich ist davon bisher weitestgehend verschont geblieben – das darf uns aber nicht in Sicherheit wiegen“, warnt Nöstlinger und weist darauf hin, dass es in anderen europäischen Staaten (z.B. Deutschland) aufgrund stark abgesunkener Grundwasserspiegel bereits zu solchen Nutzungskonflikten komme.
Konkret geht es bei den angesprochenen Konflikten um die Verteilung der kostbaren Ressource auf Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerung bzw. Haushalte. In der Landwirtschaft ist der Wasserbedarf sehr saisonal und regional, könnte sich laut der Studie bis 2050 aber nahezu verdoppeln. Mit geringen Bedarfsveränderungen wird hingegen im Bereich Industrie und Gewerbe gerechnet. Mit etwa 2.210 Mio. m3 pro Jahr (davon rund 330 Mio. m3/Jahr aus dem Grundwasser) ist dies jedoch mit Abstand der Wirtschaftssektor mit der größten Wasserentnahme. Der Wasserbedarf der Bevölkerung (Haushalte) wird sich laut der Studie bis 2050 um 11-15 % erhöhen.
„Unser Ziel ist es, dass nicht-essenzielle Grundwasserentnahmen bei kritischen Grundwasserständen in Zukunft behördlich gestoppt werden können“, sagt Nöstlinger. Die bereits heute mögliche regionale Einschränkung von Poolbefüllungen und Gartenbewässerungen in längeren Hitze- und Trockenperioden reiche dabei nicht mehr aus: „Wir alle wollen sorgsam mit der Ressource umgehen. Aber auch für Industrie und Landwirtschaft müssen verbindliche Methoden des ressourcenschonenden Umgangs und einer möglichst geringen Verschmutzung festgelegt werden“, so der ÖVGW Vizepräsident.

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen TrinkwasserVersorger. Sie zählt über 260 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser aus Quellen und Brunnen gewonnen. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser auch in Zeiten des Klimawandels im Fokus.


Gaskunden wollen Grünes Gas und kein Heizungsverbot

Gasheizungen erfreuen sich in Österreichs Haushalten großer Beliebtheit. Vor allem die bequeme Handhabung spricht dafür. Angedachte Verbote von Gasheizungen werden abgelehnt. Mehr als die Hälfte der Gaskunden will ihre Gasheizung in Zukunft mit Grünem Gas betreiben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen marketmind-Befragung.

Die Österreicherinnen und Österreicher stehen auf ihre Gasheizung. „88 Prozent sind damit zufrieden bis sehr zufrieden“, sagt Dr. Verena Priemer, Managing Director von marketmind: „Das ist ein hervorragender Zufriedenheitswert, wie wir aus vergleichbaren anderen Studien wissen.“ Dies ist die Gesamtbeurteilung einer aktuellen Blitzstudie des Marktforschungsunternehmen marketmind im Auftrag der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) und der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten (VÖK).

Heizen ist für die österreichischen Haushalte ein höchst relevantes Thema. Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen der vorliegenden repräsentativen österreichweiten Meinungsumfrage wider: 72 Prozent der Befragten sprechen sich gegen ein Verbot von Heizsystemen aus. „Es ist sehr positiv zu bewerten, dass die Gaskunden die Energiepolitik aufmerksam verfolgen und Entwicklungen kritisch hinterfragen“, sagt Mag. Michael Mock, Geschäftsführer der ÖVGW.

Kunden wollen nicht für Heizsystemwechsel brennen

Im Falle eines Erdgasheizungsverbots geben 54 Prozent der Befragten an, ihre Gasheizungen zukünftig dennoch behalten und klimaneutral mit Grünem Gas betreiben zu wollen – selbst dann, wenn Grünes Gas teurer wäre als Erdgas. 23 Prozent der Gaskunden sind noch unentschieden, wie sie in Zukunft heizen wollen. Lediglich 23 Prozent überlegen, auf ein anderes Heizsystem umzusteigen – ohne allerdings die Investitionskosten dafür im Alleingang stemmen zu wollen. 89 Prozent der Betroffenen sind nicht bereit, bei einem per Gesetz verpflichtenden Heizungswechsel die Umrüstkosten aus eigener Tasche zu bezahlen.

Zuverlässig und bequem

Die einfache und bequeme Handhabung ist das stärkste Argument für die hohe Zufriedenheit der Österreicherinnen und Österreicher mit ihrer Gasheizung. „Schon heute sind Gas-Brennwertgeräte ‚Green-Gas-ready‘ und funktionieren auch mit beigemischtem Grünen Gas einwandfrei“, betont Dr. Elisabeth Berger, Geschäftsführerin der VÖK. Zukünftig werden weitere innovative Gastechnologien wie Brennstoffzellen oder Hybridgeräte verstärkt in den Haushalten und Gewerbebetrieben Einzug halten und so zur Sektorkopplung und zu einer sicheren Energiewende beitragen.

Grünes Gas als klimaneutrale Alternative

Die Gasheizung mit Grünem Gas ermöglicht es, Convenience und ein gutes ökologisches Gewissen miteinander zu verbinden. Mock: „Wir bereiten seit einigen Jahren den Umstieg von fossilem Gas auf Grünes Gas vor und wollen diesen umweltfreundlichen Brennstoff für alle Gaskunden, Unternehmen und Haushalte zur Verfügung stellen. Wir sind davon überzeugt, dass ein technologieoffener Zugang der richtige ist, um möglichst rasch und kostengünstig die CO2-Emissionen zu senken.“ Denn nicht Gasheizungen sind das Problem, sondern die CO2-Emissionen, die allerdings durch den Ersatz von fossilem Gas mit Grünem Gas vermieden werden können. „Was fehlt, sind Anreize, um die Potenziale an erneuerbarem Grünen Gas in Österreich zu heben und ins Gasnetz zu bringen. Hier wartet die Branche seit geraumer Zeit auf die versprochenen Regelungen“, sagt Mock abschließend.

Für die aktuelle marketmind-Blitzstudie zum Thema Gasheizung wurden Privathaushalte zum Thema Heizen und Energie mit Gasheizung befragt. In einer repräsentativen Stichprobe wurden österreichweit 1.003 Interviews geführt. Erhebungszeitraum war vom 9. Juni bis 2. Juli 2021. Rund eine Million österreichischer Haushalte hat eine Gasheizung. Sie machen etwa 17 Prozent des heimischen Gasverbrauchs aus.


Nur 0,3 % der Treibhausgas-Emissionen sind auf die Gaswirtschaft zurückzuführen

In dem Bericht „Gaslecks als unsichtbare Klimakiller“ zeigt der ORF Lecks bei Produktionsanlagen in Österreich. Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass lediglich 0,3 Prozent aller österreichischen Treibhausgasemissionen auf die Gaswirtschaft zurückführen sind. Ein weitaus größeres Problem sind Methanemissionen aus der Verrottung von Reststoffen der Landwirtschaft – hier fordert die ÖVGW den Bau von Biogasanlagen, um Reststoffe sinnvoll zu verwerten und um Biogas herzustellen.

Von den 79 Millionen Tonnen Treibhausgasen haben die Methanemissionen aus der Gewinnung, Speicherung und Verteilung von Gas 2018 exakt 0,24 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausgemacht. Somit ist die Gaswirtschaft für weniger als 0,3 Prozent der gesamten österreichischen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Mag. Michael Mock, Geschäftsführer der ÖVGW: „Gasleitungen sind dicht. Daher ist die Forderung nach einem Ausbaustopp für neue Gasleitungen im Zusammenhang mit Methanemissionen verfehlt.“ Denn die heimische Gaswirtschaft unternimmt laufend große Anstrengungen, um die im internationalen Vergleich guten Werte weiter zu verbessern.

Es wurde und wird viel investiert, um die Infrastruktur sowohl sicherheitstechnisch als auch im Sinne von Emissions-Reduktion zu optimieren. Neben umfangreichen Erneuerungen, zum Beispiel durch den Austausch alter Rohrleitungen durch moderne isolierte Stahl- oder Kunststoffrohre, wurde und wird kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Verfahren gearbeitet. Weiters überwachen die Leitungsnetzbetreiber die Leitungen und Anlagen standardmäßig periodisch, um auch kleinste Undichtheiten aufzuspüren und zu beheben.

Bessere Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe

Laut dem Klimaschutzbericht 2020 des Umweltbundesamtes sind 72 Prozent der Methanemissionen in Österreich auf die Landwirtschaft und 18 Prozent auf die Abfallwirtschaft zurückzuführen. Hier sieht Mock Handlungsbedarf: „Die hohen Methanemissionen der Landwirtschaft müssten nicht sein. Errichten wir österreichweit neue Biogasanlagen, wo landwirtschaftliche Reststoffe kontrolliert vergären, ziehen wir daraus doppelten Nutzen: Die Treibhausgase gelangen nicht mehr unkontrolliert in die Atmosphäre und zugleich gewinnen wir heimisches Grünes Gas.“

Gerade was die biologischen Gasemissionen anlangt, ist die Gaswirtschaft bestrebt, diese Energiepotenziale aus der Land- und Abfallwirtschaft auszuschöpfen, um fossiles Gas schrittweise durch Grünes Gas (Biogas und Wasserstoff) zu ersetzen. Die Erzeugung von Biogas stellt eine Win-win-Situation dar, da einerseits Methanemissionen aus der Land- und Abfallwirtschaft minimiert werden und andererseits fossiles Gas durch erneuerbares Gas ersetzt und damit ein entscheidender Betrag zur Erreichung der Klimaziele geleistet werden kann.

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Hohen Wasserverbrauch bei Erzeugung von Gütern verstärkt beachten

Neue Studie „Virtuelles Wasser 2021“ zeigt: Eine Person in Österreich verbraucht täglich rund 4.700 Liter Wasser

Trinkwasser ist unser wichtigstes Gut und muss umfassend geschützt und wertgeschätzt werden. Der 6. österreichische TRINK ́WASSERTAG am 18. Juni 2021 unterstreicht diese Bedeutung, das Thema „virtuelles“ Wasser steht heuer im Mittelpunkt. Wie eine neue Studie des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach zeigt, übersteigt der tägliche Wasserverbrauch für die Produktion von Lebensmitteln, Kleidung und anderen Gütern den direkten Bedarf um ein Vielfaches und hat sich in den letzten Jahren deutlich gesteigert. „In Österreich benötigt jede und jeder von uns täglich im Durchschnitt 130 Liter Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen oder im Haushalt und Garten. 4.700 Liter Wasser brauchen wir, wenn wir den Wasserbedarf von Produkten und Lebensmitteln einrechnen, die wir täglich konsumieren. Österreich hat ausreichende und sehr gute Wasservorräte, doch der Klimawandel zeigt auch bei uns deutliche Spuren wie vermehrte Trockenperioden und Hitzewellen. Ich möchte daher das öffentliche Wasserbewusstsein dahingehend schärfen, dass wir uns auch dieses indirekten Wasserverbrauchs bewusst sind und beim Konsum besonders auf Nachhaltigkeit und Regionalität achten und mit Wasser sorgsam umgehen“, betont die für Wasser zuständige Bundesministerin Elisabeth Köstinger anlässlich der Präsentation der neuen Studie.

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Fotocredit: Hinterrahmskogler

„Die Österreicherinnen und Österreicher sind in der glücklichen Situation, ihr Trinkwasser aus gut geschütztem Grundwasser aus Quellen und Brunnen zu erhalten – das ist eine Besonderheit und in anderen Ländern der Europäischen Union keine Selbstverständlichkeit. Damit das auch in Zukunft zu bleibt, setzt die ÖVGW sich besonders für den Schutz der Ressource ein. Mit der Studie ‚Virtuelles Wasser 2021‘ wollen wir zeigen, dass jeder und jede etwas zum sorgsamen Wasserverbrauch auch über Österreich hinaus beitragen kann“, sagt ÖVGW-Vizepräsident und Sprecher im Wasserfach Wolfgang Nöstlinger. Der Klimawandel führt zu Veränderungen in der Verteilung und zu einem weltweit steigenden Wasserverbrauch vor allem in der Landwirtschaft. Wasser wird in Zukunft zu einer noch wertvolleren und regional knapperen Ressource werden.
Wichtig für den Wasserfußabdruck ist auch, wo das Produkt produziert wurde. Je nach Herkunftsland kann der virtuelle Wassergehalt für das gleiche Produkt variieren. Das hängt damit zusammen, dass neben dem Pflanzenwasserbedarf auch klimatische und produktionsspezifische Faktoren berücksichtigt werden. Aufgrund der Ergebnisse der Studie wird deutlich, dass die in Österreich produzierten Güter im internationalen Vergleich hinsichtlich des Wasserfußabdrucks gut abschneiden. Das kann am Beispiel von Paradeisern gut veranschaulicht werden: Österreich importiert Paradeiser hauptsächlich aus Italien. Während für 1 Kilogramm italienischer Paradeiser mehr als 100 Liter Wasser benötigt werden, benötigen die in Österreichisch produzierten Paradeiser deutlich weniger als 50 Liter Wasser pro Kilogramm.

Nutzung von „virtuellem“ Wasser bewusst machen

Rund 130 Liter Trinkwasser täglich brauchen die Österreicherinnen und Österreicher durchschnittlich pro Kopf im Haushalt. Sie gehen dabei durchaus achtsam mit der kostbaren Ressource um: Als Durstlöscher, zum Kochen, Duschen oder Bewässern des Gartens wird das Trinkwasser überwiegend bewusst eingesetzt. Diese Menge deckt aber längst nicht alles, was täglich an Wasser verbraucht wird: Mit jedem Produkt, das wir konsumieren, wird Wasser in Anspruch genommen, das zur Herstellung der Ware gebraucht oder verschmutzt wurde oder zum Beispiel für das Wachstum von Pflanzen verbraucht wird – das sogenannte „virtuelle“ Wasser. Es steckt in zahlreichen Produkten des Alltags: vom Auto über den Laptop bis hin zur Kleidung. Der größte Teil entfällt auf Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkte. So stecken zum Beispiel jeweils 1.000 Liter „virtuelles“ Wasser in nur 10 Espressi-Tassen, 9 Kilogramm Paradeiser oder in 1/3 eines Baumwoll-T-Shirts.

Wasserfußabdruck in Österreich wächst

Je mehr „virtuelles“ Wasser verbraucht wird, desto größer ist auch der sogenannte Wasserfußabdruck. Wie die vom BMLRT und der ÖVGW in Auftrag gegebene und in Kürze erscheinende Studie „Virtuelles Wasser 2021“ zeigt, wird der Wasserfußabdruck in Österreich immer größer und macht ein Vielfaches des Direktverbrauches aus. Studienautor Roman Neunteufel von der Universität für Bodenkultur in Wien: „In Österreich werden aktuell rund 4.700 Liter ‚virtuelles‘ Wasser pro Person und Tag genützt. Wer vor dem Hintergrund des Klimawandels und seinen Herausforderungen helfen will, Wasser zu sparen, kann dies vor allem über das persönliche Konsumverhalten mit Hinblick auf den ‚virtuellen‘ Wasserverbrauch tun. Laut Studie ‚Virtuelles Wasser 2021‘ kann jeder und jede in Österreich täglich rund 280 Liter Wasser pro Tag sparen – ganz einfach indem wir keine Lebensmittel wegwerfen.“

Zusätzlich hat die Studie die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserfußabdruck abgeschätzt. Auf Basis der Klimawandel induzierten klimatischen Veränderungen wird für Österreich ein erhöhter Wasserbedarf für die Lebensmittelproduktion prognostiziert. Daher ist es wichtig, schon heute sorgsam mit der wertvollen Ressource Wasser umzugehen.

Täglich Trinkwasser in bester Qualität rund um die Uhr das ganze Jahr über verfügbar zu haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Seit 2016 wird deshalb der österreichische TRINK ́WASSERTAG von der ÖVGW und den Wasserwerken veranstaltet.

Ausführliche Informationen zum TRINK ́WASSERTAG: www.trinkwasseroesterreich.at

Weitere Informationen: www.bmlrt.gv.at/wasser


Neue ÖVGW-Richtlinie ermöglicht bereits Wasserstoffanteil von 10 Prozent

Mit der neuen Richtlinie G B210 zur Gasbeschaffenheit, die mit 1. Juni 2021 in Kraft tritt, können bis zu zehn Prozent klimaneutraler Wasserstoff ins Gasnetz eingespeist werden. Gasendgeräte funktionieren weiterhin wie gewohnt. Steigende Nachfrage kann mit Grünen Gasen aus dem In- und Ausland gedeckt werden.

Immer mehr umweltfreundlicher Wasserstoff im österreichischen Gasnetz: Die neue Richtlinie G B210 zur Gasbeschaffenheit ist die Eintrittskarte für mehr Grünes Gas in Österreichs Gasnetz. War bisher das Einspeisen von vier Prozent Wasserstoff im Gasnetz erlaubt, sind es ab sofort zehn Prozent. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Wasserstoffproduktion sowie ein elementarer Beitrag zur Erreichung der Klimaziele in Österreich. Es ist zudem der nächste Meilenstein für die Regelwerksetzung der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), die seit 140 Jahren technische Regeln für den Gasbereich in Österreich festlegt und damit Garant für eine sichere und zuverlässige Gasversorgung ist.

„Die Strategie ‚Greening the Gas‘ geht auf. Mit der neuen Richtlinie ist der Weg für mehr Wasserstoff im Gasnetz geebnet“, sagt DI Michael Haselauer, MBA, Präsident der ÖVGW sowie Geschäftsführer der Netz Oberösterreich GmbH und führt weiter aus: „Der Regelwerksänderung gingen intensive und umfangreiche Forschungsarbeiten voraus und dieser Weg wird natürlich im Einklang mit den europäischen Normen im Verbund-System beschritten.“ Dabei steht die Beimischung von Wasserstoff ins Gasnetz nicht in Konkurrenz zu reinen Wasserstoffanwendungen. Die Entwicklung einer eigenen Wasserstoffinfrastruktur setzt allerdings voraus, dass für die Kunden zukünftig Wasserstoff im erforderlichen Ausmaß und versorgungssicher zur Verfügung steht. Daher ist derzeit die Einspeisung, die Speicherung und der Transport von Wasserstoff in bestehenden Gasanlagen technisch sinnvoll und kostengünstig. „Dass die Beimischung funktioniert, haben wir mit unseren Forschungsprojekten gezeigt. Wir nehmen den Wasserstoff der Industrie dabei nicht weg, sondern stellen ihn all unseren Kunden in bestehenden Anlagen zur Verfügung“, so Haselauer. Mag. Michael Mock, Geschäftsführer der ÖVGW ergänzt: „Wir arbeiten parallel an einem eigenständigen Regelwerk für reine Wasserstoffanwendungen. Die ÖVGW ist somit auch für Wasserstoff der technisch kompetente Ansprechpartner in Österreich.“

Noch mehr Grüne Gase möglich

Grünes Gas ist weder ein rares noch ein kostbares Gut und schon gar nicht der „Champagner der Energiewende“. Grüne Gase – und da vor allem der Wasserstoff – werden künftig in großen Mengen vorhanden und preiswert über das Gasnetz transportiert werden, Wasserstoff ist also vielmehr das „Leitungswasser der Energiewende“. „Grünes Gas wird zum Turbo der Energiewende werden“, ist Haselauer überzeugt. Es kann rasch in großen Mengen verfügbar sein. Denn Biomethan entsteht beim Vergären von organischen Reststoffen und Wasserstoff wird zum Beispiel aus überschüssiger Energie gewonnen. „Je früher wir großflächig mit der Nutzung dieser Rohstoffe beginnen, desto schneller können wir von fossilem Gas auf Grünes Gas umsteigen“, sagt Mock. Was für die rasche Umsetzung fehle, sei das entsprechende Grün-Gas-Förderungsgesetz, „das uns die zuständige Klimaministerin seit mehr als einem Jahr vorenthält“, erklärt Mock weiter. Auch die Debatte, dass in Österreich nicht ausreichend Grünes Gas hergestellt werden könne, um den gesamten heimischen Bedarf zu decken, ist entbehrlich. Grünes Gas kann über das hervorragend ausgebaute Gasnetz problemlos importiert werden, genauso wie wir auch andere Güter wie Computer oder Autos einführen. Und Energieautarkie ist laut Mock „kein Ziel einer entwickelten Volkswirtschaft. Sie findet sich daher auch nicht als Ziel im Regierungsprogramm wieder – da ist von Klimaneutralität die Rede, und die endet bekanntlich nicht an Österreichs Grenzen.“

Gasgeräte funktionieren wie gewohnt

Alle Gasgeräte, die in Haushalten verwendet werden – von der Gastherme über das Gasbrennwertgerät bis zum Gasherd –, sind zukunftsfit: Sie funktionieren also genauso zuverlässig mit beigemischtem Wasserstoff, Biomethan wie auch mit herkömmlichem Gas. Denn die Grünen Gase haben vergleichbare technische Eigenschaften wie Erdgas, und stellen somit für die genormten Gasgeräte kein Problem dar. „Damit sind sie ‚Green-gas-ready‘ und fit für die erneuerbare Zukunft“, versichert Haselauer. Durch den Ausbau der Produktion von Wasserstoff und Biogas in Österreich können Haushalte zukünftig nachhaltig und klimaneutral heizen, und ersparen sich teure und aufwändige Umbauten und kostenintensive Investitionen in andere Heizungssysteme. „Für die kommenden Jahre sind damit die Weichen für klimaneutralen Wasserstoff im Gasnetz gestellt. Ab sofort arbeiten wir an einem Wasserstoffanteil von 20 Prozent – das ist der nächste Meilenstein“, so Haselauers Ausblick.


ÖVGW präsentiert Umfrageergebnisse zum österreichischen Trinkwasser und zur Trinkwasserversorgung aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten

  • Über 90 % beurteilen die Qualität des heimischen Trinkwassers mit sehr gut oder gut
  • 60 % der Befragten sind mit den Leistungen ihres Wasserversorgers sehr zufrieden
  • Nutzung von Trinkwasser steigt: Im Durchschnitt werden täglich 2,1 Liter Trinkwasser aus der Leitung getrunken; nur 5 % der Befragten geben an, überwiegend abgefülltes Wasser zu trinken
  • Rund ein Drittel der Befragten macht sich im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen Gedanken um die Qualität der Trinkwasserversorgung. Konsumentinnen und Konsumenten wünschen sich noch mehr Information zu ihrem Trinkwasser

Klar, frisch, wohlschmeckend und von hoher Qualität

So beschreiben die Befragten der ÖVGW Konsumentenumfrage 2021 das österreichische Trinkwasser. Kurz gesagt: Die Österreicherinnen und Österreicher sind mit ihrem Trinkwasser sehr zufrieden. 92 % der insgesamt 1.000 Befragten beurteilen die Trinkwasserqualität mit sehr gut oder gut (Mittelwert 1,4). Die Zufriedenheit mit der kostbaren Ressource liegt in Österreich damit auf einem konstant hohen Niveau (Mittelwert 2017: 1,5).

Gleichzeitig gibt es aber auch ein hohes Bewusstsein darüber, dass die Qualität des Trinkwassers und der Versorgung keine Selbstverständlichkeit sind: Grundwasserschutz ist der Bevölkerung ein großes Anliegen.

Vertrauen in Trinkwasserversorger weiter gestiegen

„Es freut uns ganz besonders, dass das Vertrauen in die rund 5.500 österreichischen Trinkwasserversorger konstant steigt“, sagt ÖVGW-Vizepräsident und Sprecher im Wasserfach Wolfgang Nöstlinger. 59 % der Befragten haben großes Vertrauen in die Aussagen ihrer Versorger zur Trinkwasserqualität. Das sind um 6 % mehr als noch 2017. Ähnlich hohes Vertrauen genießen Städte bzw. Gemeinden, Konsumentenschutzorganisationen sowie Forschungseinrichtungen wie etwa Universitäten.

Die generelle Leistung der Trinkwasserversorger wird wie auch schon bei der letzten Umfrage 2017 mit sehr gut (Mittelwert 1,5) bewertet. „Die Versorgungsunternehmen werden als sehr verantwortungsbewusst und verlässlich empfunden. Ihr Service kommt bei der Bevölkerung gut an“, ergänzt Wolfgang Nöstlinger. 63 % der Befragten geben etwa an, dass eventuelle Probleme sehr schnell behoben wurden.

Wer Trinkwasser konsumiert, leistet Beitrag zum Klimaschutz

Rund 2 Liter Trinkwasser aus der Leitung trinken die Österreicherinnen und Österreicher täglich. Weit über die Hälfte der Befragten (63 %) gibt an, fast nur Trinkwasser aus der Leitung und kein abgefülltes Wasser zu trinken. Damit nutzen sie nicht nur eine vorhandene Ressource höchster Qualität, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit, da energie- und ressourcenintensive Verpackungen und Transporte entfallen. Das PreisLeistungsverhältnis für Trinkwasser empfinden 70 % als sehr angemessen oder angemessen.

Zukünftige Herausforderungen der Trinkwasserversorgung

Rund ein Drittel der Befragten macht sich manchmal Gedanken um die Qualität des Trinkwassers. „Diese Sorgen nimmt die ÖVGW sehr ernst. Trinkwasser ist ein öffentliches Gut, dessen Qualität und Verfügbarkeit oft als selbstverständlich angesehen wird. Zwar ist die kostbare Ressource hierzulande nicht knapp, doch damit sie auch den nächsten Generationen in dieser hohen Qualität zur Verfügung steht, muss Österreich gut auf seinen Trinkwasserschatz achten“, so Wolfgang Nöstlinger. Zukünftige Herausforderungen wie der Klimawandel mit Hitzeperioden und geänderten Niederschlagsverteilungen, Pestizid- und Nitratbelastungen durch intensive Landwirtschaft oder die Verschmutzung mit Spurenstoffen wie z.B. Mikroplastik rücken die Qualität und den Schutz dieser Ressource weiter in den Fokus.

Grundwasserschutz ist zentrales Anliegen

Über die Hälfte der Befragten hat Bedenken, dass die Trinkwasserqualität oder -versorgung durch Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung in Zukunft schlechter werden könnte. Auch die Gefährdung der Trinkwasserversorgung aus der Leitung durch eine Krise wie etwa eine Pandemie oder ein Black-Out sehen 55 % der Befragten als möglich an. 95 % ist der Schutz von Quell- und Grundwasser sehr wichtig ist und rund ein Drittel denkt, dass hier von öffentlichen Stellen noch nicht genug getan wird. „Im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten setzen wir uns bei nationalen und internationalen Gesetzgebern daher klar für den Grundwasserschutz und die Versorgungssicherung mit hochqualitativem Trinkwasser ein“, sagt Wolfgang Nöstlinger.

Eine solche Versorgungssicherung erfordert Investitionen in die Zukunft. 2020 wurden 233 Trinkwasserprojekte mit insgesamt 19 Mio. € Bundesförderung genehmigt, die Investitionen von 120 Mio. € auslösten. Mit der Förderung können Leitungen, Wasserspeicher, Quellen usw. saniert oder neu errichtet, sowie digitale Leitungsinformationssystemen erstellt werden. Vor dem Hintergrund von Wasserknappheit und Dürre fordert die ÖVGW im Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) außerdem eine verbindliche Vorrangregelung für das Trinkwasser vor anderen Nutzungen. Und auch für die Verankerung des Schutzes der Grundwasserqualität im NGP setzt sie sich ein.

Mehr Information für mehr Vertrauen

Mit der neuen EU-Trinkwasserrichtlinie wurde ein Standard geschaffen, der wesentlich zum Schutz der Gesundheit von Konsumentinnen und Konsumenten und zur besseren Information rund ums Trinkwasser beitragen wird. Um diese Informationen richtig bewerten und einordnen zu können, setzt sich die ÖVGW für eine weitere Aufklärung der Bevölkerung über die Trinkwasserqualität und die entscheidenden Zukunftsthemen ein. „Mehr Information und Transparenz für die Bevölkerung stärkt das Vertrauen in die Qualität des Trinkwassers, aber auch das Bewusstsein für den Wert der kostbaren Ressource“, betont Wolfgang Nöstlinger. Etwas über die Hälfte der Befragten gibt an, sich gut über ihr Leitungswasser informiert zu fühlen. Konkret wünschen sich die Befragten etwa mehr Informationen zu Qualität/Sauberkeit (94 %), Schadstoffen (92 %), Herkunft (81 %) und Inhaltsstoffen (73 %).

Die Umfrage ergab zudem, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten mehr Dialogorientiertheit von ihren Trinkwasserversorgern wünschen. Die ÖVGW sieht dies als klaren Auftrag, das Informationsangebot und den Dialog weiter auszubauen. So wird jährlich ein TRINK’WASSERTAG (18. Juni 2021) organisiert und in der Österreichischen Trinkwasserdatenbank auf trinkwasserinfo.at sind jederzeit die Daten zur Trinkwasserqualität im jeweiligen Versorgungsgebiet abrufbar.

Das Bedürfnis der Bevölkerung nach mehr Information und Dialog, die Bedenken über eine gesicherte Daseinsvorsorge, sind für die österreichischen Trinkwasserversorger auch eine wichtige Chance: Mit einer gemeinsamen starken Stimme kann das Bewusstsein für die zukünftigen Herausforderungen weiter gestärkt werden.

Details zur Umfrage

Stichprobengröße: 1.000 Interviews

Methode: CATI (Computerunterstützte Telefoninterviews)

Durchführungszeitraum: April/Mai 2021

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen TrinkwasserVersorger. Sie zählt über 260 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser aus Quellen und Brunnen gewonnen. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser auch in Zeiten des Klimawandels im Fokus.


Hauptpreis 2021 geht an die Sonderausstellung „MOOR – Vom Gatsch zum Klima“ im Naturpark Hochmoor Schrems.

Das Online-Voting zum Neptun Wasserpreis 2021 ist abgeschlossen und das Siegerprojekt steht fest: Pünktlich zum Weltwassertag geht der mit 3.000 Euro dotierte Neptun Hauptpreis 2021 an die Sonderausstellung „MOOR – Vom Gatsch zum Klima“ im Naturpark Hochmoor Schrems. Vorab konnte sich das Projekt bereits bei der Preisverleihung der fünf Neptun-Kategorien den 1. Platz in der Fachkategorie WasserBILDUNG sichern.

Der heutige Weltwassertag steht unter dem Motto ,Wert des Wassers‘. Mit dem Neptun Wasserpreis setzen wir ein starkes Zeichen und bei der Preisverleihung haben mich die Gewinnerinnen und Gewinner der Fachkategorien bereits beeindruckt. Nun hatte die Bevölkerung noch die Möglichkeit, in einem Online-Voting über den heurigen Neptun Hauptpreis zu entscheiden. Ich gratuliere dem Naturpark Hochmoor Schrems herzlich zum Sieg. Die Sonderausstellung ist ein Vorzeigeprojekt, das weit über die Region des nördlichen Waldviertels hinausstrahlt, einen wertvollen Lebensraum präsentiert und die Bedeutung intakter Moorlandschaften für das Klima sichtbar macht,“ stellt Bundesministerin Elisabeth Köstinger fest.

Über 550 Einreichungen sind diesmal beim Neptun Wasserpreis eingegangen, davon 330 in den drei mit je 5.000 € dotierten Fachkategorien: Forschung, Kunst und (Bewusstseins-)Bildung. Die Verkündung der Kategoriesieger fand dieses Jahr erstmals online statt. Unter www.neptun-wasserpreis.at/preisverleihung ist die Aufzeichnung des Events mit den Partnerinnen und Partnern des Neptun sowie den Preisträgerinnen und Preisträgern abrufbar. Außerdem gab es eine weitere Neuerung: Der Hauptpreis wurde erstmals über ein öffentliches Online-Voting ermittelt, an dem die Plätze 1-3 der Fachkategorien WasserFORSCHT, WasserBILDUNG und WasserKREATIV teilgenommen haben.

In diesem Online-Voting konnte sich das Siegerprojekt der Fachkategorie WasserBILDUNG, die Sonderausstellung „MOORE – Vom Gatsch zum Klima“ im Naturpark Hochmoor Schrems durchsetzen und erhält somit den mit 3.000 Euro dotierten Neptun Hauptpreis 2021.

Wolfgang Nöstlinger, Vizepräsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), freut sich besonders über die Auszeichnung eines Projektes mit Bildungsschwerpunkt: „Als Vertreter der Trinkwasserversorgung in Österreich ist es mir ein besonderes Anliegen, das Bewusstsein der Bevölkerung für das Wasser zu schärfen. Der hochinteressante Blick auf den Lebensraum „Moor“, den die Sonderausstellung wirft, ist sozusagen auch ein Blick über den Tellerrand auf eine Facette des Klimaschutzes, die man leicht übersehen kann. Umso wichtiger ist dieser Beitrag zur Bewusstseinsbildung.

Roland Hohenauer, Präsident des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV), gratuliert dem Naturpark Hochmoor Schrems herzlich: „Dieses Jahr hat es beim Neptun Wasserpreis besonders viele Einreichungen gegeben und die Qualität der Projekte ist sehr hoch. Alle Siegerinnen und Sieger der Fachkategorien hätten sich den Hauptpreis verdient. Der Naturpark Hochmoor Schrems zeigt mit der Sonderausstellung sehr eindrucksvoll, wie das wichtige Thema ,Moorschutz‘ vor allem für Jugendliche und Kinder verständlich und kurzweilig aufbereitet werden kann. Danke für dieses Engagement und herzliche Gratulation für diesen Beitrag zum Wasser- und Klimaschutz.

Neptun Hauptpreis und 1. Platz in der Fachkategorie WasserBILDUNG: Sonderausstellung „MOOR – Vom Gatsch zum Klima“ – Naturpark Hochmoor Schrems

Foto © Barbara Dolak, Naturpark Hochmoor Schrems


Seit Ende Mai 2020 widmet sich das Besucherzentrum des Naturparks Hochmoor Schrems in Form einer interaktiven Sonderausstellung dem Thema „Moorschutz ist Klimaschutz“. Die Sonderausstellung besteht aus Informationstafeln, einem Film über Moore der böhmischen Masse und interaktiven Stationen für alle Altersgruppen. Besucherinnen und Besucher werden bei Klischees über Moore abgeholt und zu einem differenzierten Blick auf diesen ungewöhnlichen Lebensraum hingeführt.

Über den Preis

Ziel des Neptun Wasserpreises ist es, verstärktes Bewusstsein für die Wichtigkeit der Ressource Wasser zu schaffen und innovative Ideen zum schonenden Umgang mit dem kostbaren Nass zu unterstützen. Getragen wird der Neptun Wasserpreis vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT), der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), dem Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) sowie den teilnehmenden Bundesländern.

Für die einzelnen Kategorien übernehmen namhafte Sponsorinnen und Sponsoren Patenschaften: Die Stadt Wien MA 31 – Wiener Wasser lobt die Kategorien WasserWIEN und WasserFORSCHT aus. Die Privatbrauerei Zwettl übernimmt die Patenschaft für die Kunst-Kategorie WasserKREATIV. Für die Kategorie WasserBILDUNG hat die VERBUND AG die Patenschaft übernommen und die Kommunalkredit Public Consulting ist langjähriger Pate der Kategorie WasserGEMEINDE.

Weitere Informationen unter: www.neptun-wasserpreis.at

Fotomaterial zum Download: hier

Nähere Infos zu den weiteren ausgezeichneten Projekten: https://www.neptun-wasserpreis.at/projekte


Der internationale Weltwassertag 2021 steht unter dem gemeinsamen Leitthema "Wert des Wassers".

Weltweit leben immer noch 2,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern auf der Welt scheint die Versorgung mit frischem Trinkwasser in Österreich eine Selbstverständlichkeit zu sein: Anlässlich des Weltwassertags, der in diesem Jahr ganz im Zeichen des Wertes des Wassers steht, wollen auch die österreichischen Trinkwasserversorger den besonderen Wert der kostbaren Ressource betonen und darauf aufmerksam machen, dass wir auf diesen Schatz in Österreich gut aufpassen müssen, damit ihn die nächsten Generationen auch noch in der hohen Qualität genießen kann.

Österreichs größter Schatz: Beste Trinkwasserqualität

Der große Vorteil in Österreich ist, dass ausschließlich Grundwasser aus Quellen und Brunnen zur Trinkwasserversorgung genutzt wird. Dieses Grundwasser ist im Gegensatz zu Oberflächengewässern durch die natürliche Filterfunktion des Bodens besonders gut vor Verunreinigungen wie etwa Mikroplastik oder Bakterien geschützt. Das bedeutet, dass kaum aufwendige Aufbereitungsschritte nötig sind, bevor das Trinkwasser genossen werden kann. In manchen Regionen wird es lediglich für den menschlichen Genuss optimiert.

Trinkwasser unterliegt außerdem strengen Kontrollen: Die EU-Trinkwasserrichtlinie regelt in der gesamten EU die Qualität des Trinkwassers und die durchzuführenden Untersuchungen. Die EU-Trinkwasserrichtlinie ist in Österreich mit der Trinkwasserverordnung umgesetzt. Das Kapitel B 1 "Trinkwasser" des österreichischen Lebensmittelbuches (ÖLMB) erläutert die Qualitätskriterien für Trinkwasser und beinhaltet Ergänzungen, die zum Teil über die Verordnung hinausgehen. Der „Codex Alimentarius Austriacus“, das Österreichische Lebensmittelbuch, dient seit mehr als 100 Jahren als die Instanz für die Qualität von Lebensmitteln.

Den Wasserschatz hüten

„Damit die Wasserqualität auch in Zukunft direkt an der Quelle so hoch bleibt, ist es wichtig, den Schatz entsprechend zu schätzen und zu schützen. Wesentliche Partner dabei sind die heimische Landwirtschaft, die Industrie, aber auch jeder Einzelne kann zum Grundwasserschutz beitragen: So sollte auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Garten verzichtet werden. Medikamente sollten nicht über das Waschbecken oder die Toilette entsorgt werden, da sie über den natürlichen Wasserkreislauf wieder ins Grundwasser gelangen. Richtig entsorgt werden diese Stoffe in Apotheken bzw. Abfallzentren“, so der ÖVGW-Vizepräsident und Sprecher im Wasserfach Wolfgang Nöstlinger.

Die Parameterwerte für Pestizide sind in Österreich sehr streng geregelt. Aus der Sicht der Trinkwasserwirtschaft wären hier ebenso strenge Anwendungsvorschriften wünschenswert. Eine zentrale Forderung der Trinkwasserwirtschaft im Hinblick auf die noch immer bestehenden Nitratbelastungen in manchen Gebieten ist der weitere Ausbau des NitratInformationsdiensts. Konkret wird gefordert, vor dem Ausbringen des Düngers, Stickstoffgehalt im Boden zu messen und dann nur jene Düngemengen auszubringen, die die angebauten Pflanzen auch wirklich braucht. Von dieser Maßnahme könnten beide Seiten profitieren: Der Grundwasserkörper wird geschützt, die Landwirte sparen Kosten“. Denn selbst wenn es mit modernster Technik möglich ist, unerwünschte Stoffe aus dem Rohwasser zu entfernen, so bleiben diese dennoch im Umweltkreislauf erhalten.

Ein Hoch auf die Nachhaltigkeit

Während in vielen Ländern sicheres Trinkwasser nur in Plastikflaschen und Kanistern verfügbar ist, sind es in Österreich dank der hohen Qualität nur ein paar Schritte zur hauseigenen Wasserleitung – und damit zu mehr Nachhaltigkeit. Wer seinen Durst mit Trinkwasser aus der Leitung löscht, vermeidet energie- und ressourcenintensive Verpackungen und Transportwege. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel bietet sich damit eine bequeme Möglichkeit, ohne viel Verzicht Ressourcen zu schonen, Emissionen einzusparen und auch Plastikabfall zu vermeiden.

Die Ergebnisse einer 2014 erschienenen und von der Universität für Bodenkultur durchgeführten ÖVGW Studie zur Ökobilanz von Trinkwasser zeigen die Vorteile in Sachen Nachhaltigkeit deutlich: Für die Trinkwasserbereitstellung beim Konsumenten verursachen die in der Studie repräsentierten österreichischen Trinkwasserversorgungs-Unternehmen zwischen 0,1 und 0,3 g CO2-Äquivalente pro Liter. Demgegenüber steht die FlaschenwasserBereitstellung beim Konsumenten – hier ergeben sich Werte zwischen 75 und 140 g CO2- Äquivalente pro Liter.

Der Wert des Wassers ist unschätzbar – nicht aber sein Preis

Bezahlt wird nicht für das Trinkwasser selbst, sondern für die Dienstleistung, die die Trinkwasserversorger erbringen: Über 7.000 Wasserspeicher und 81.000 km Leitungsnetz versorgen Haushalte, Landwirtschaft und Industrie mit Trinkwasser – das entspricht zweimal der Länge des Äquators. Um die laufende Instandhaltung und den Ausbau dieser Infrastruktur kümmern sich 5.500 Österreichische Trinkwasserversorger. Sie bauen, betreiben und warten Brunnen, Behälter, Aufbereitungsanlagen und Leitungen, sie kümmern sich um die Desinfektion und sichern die hohe Qualität des Trinkwassers. Betrieben und instandgehalten werden diese Anlagen durch entsprechend geschultes Fachpersonal, das hohe Verantwortung trägt – im Alltag wie in Krisenzeiten. Und das alles zu einem sehr guten Preis: 1.000 Liter frisches Trinkwasser bekommt man in Österreich für durchschnittlich rund 1,85 € - das entspricht 0,185 Cent pro Liter.

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen TrinkwasserVersorger. Sie zählt über 260 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser aus Quellen und Brunnen gewonnen. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser auch in Zeiten des Klimawandels im Fokus.


Die österreichischen Trinkwasserversorger sind für ein Blackout gut gerüstet.

Eine starke Frequenzabsenkung im europäischen Stromnetz führte im Jänner 2021 beinahe zu einem flächendeckenden Stromausfall. Vorfälle wie dieser werfen natürlich auch Fragen zur Trinkwasserversorgung im Krisenfall auf. Wie sicher ist es, dass während eines Blackouts weiterhin frisches Trinkwasser in bester Qualität aus der Leitung kommt?

In Österreich sorgen rund 5.500 Trinkwasserversorger – von großen Wasserwerken bis zu kleineren, regional organisierten Wassergenossenschaften – für eine reibungslose und sichere Versorgung mit Trinkwasser. Dieses Trinkwasser wird zu 100 Prozent aus Grundwasser aus Quellen und Brunnen gewonnen und ist damit bestens durch den Boden geschützt und gefiltert.

Versorgungsunternehmen für den Fall eines Blackouts gut gerüstet

Prinzipiell kann ein Stromausfall auch Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung haben. „Die österreichischen Wasserwerke und Trinkwasserversorger sind aber gut vorbereitet, um im Krisenfall schnell und professionell reagieren zu können. Die Wasserwerke sind darauf eingerichtet, auch im Notfall den täglichen Bedarf an Trinkwasser zum Kochen und Trinken und die Hygiene liefern zu können. Weite Teil des Landes und damit ein Großteil der Bevölkerung bekommt auch im Falle eines Blackouts das Trinkwasser aus der Leitung“, erklärt Wolfgang Nöstlinger, Vize-Präsident der ÖVGW und Sprecher im Wasserfach.

Laufende Investitionen für eine sichere Versorgung

Um auch in Zukunft die Trinkwasserversorgung für den Krisenfall und damit im Fall eines Blackouts zu sichern, benötigt es auch weiterhin Investitionen in den Ausbau der Trinkwasser-Infrastruktur. Diese schaffen zudem Arbeitsplätze und sind auch im Hinblick auf die Veränderungen, die der Klimawandel bringt, wichtige Maßnahmen. Darunter fallen laufende Wartungsarbeiten, die Ausstattung wichtiger Anlagenteile mit Notstromaggregaten oder der Zusammenschluss mit anderen Wasserversorgern zu einem Leitungsverbund.

Wasserversorgung ohne Strom

Im Notfall können höhergelegene Trinkwasserspeicher als Wasservorrat für mehrere Tage genutzt werden. In vielen gebirgigen Regionen Österreichs wird das Trinkwasser ohnehin nur mithilfe des natürlichen Gefälles, also ohne Pumpen, in Haushalte transportiert. Die heute vielfach übliche elektronische Steuerung der Trinkwasseranlagen kann im Notfall auch auf händischen Betrieb umgestellt werden.

Analoger Betrieb als wesentlicher Resilienzfaktor

Im Krisenfall spielen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Trinkwasserversorger eine ganz zentrale Rolle. Sie halten die Versorgung rund um die Uhr am Laufen. Für Notfälle gibt es eine 24-Stunden-Bereitschaft. Im Ausnahmefall muss das System unbedingt manuell zu bedienen sein – und dazu braucht es geschultes Personal in ausreichender Anzahl. Der analoge Betrieb durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt also einen ganz wesentlichen Resilienzfaktor dar.

Link zum Folder „Krisensichere Trinkwasserversorgung“ https://www.trinkwassertag.at

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen TrinkwasserVersorger. Sie zählt über 260 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser aus Quellen und Brunnen gewonnen. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser auch in Zeiten des Klimawandels im Fokus. Um die Leistungen der heimischen Wasserversorgungsbetriebe auch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, findet auch dieses Jahr der von der ÖVGW ins Leben gerufene TRINK ́WASSERTAG am 18. Juni statt.


Die Gaswirtschaft wartet seit Monaten auf klare Rahmenbedingungen für Grünes Gas.

Ohne gesetzliche Grundlagen für Biomethan oder Wasserstoff im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) wird eine sichere und leistbare Energiewende aufs Spiel gesetzt.

Die österreichische Gaswirtschaft wird in den kommenden Jahren mit ihren vielfältigen, innovativen Technologien Wegbereiter einer versorgungssicheren Energiewende. Die Gasversorgung kann schrittweise auf Grüne Gase wie Biomethan oder Wasserstoff umgestellt werden. Alleine die Potenziale für Grünes Gas aus Österreich sind enorm: ca. 5 Milliarden Kubikmeter, also deutlich mehr als 50 % Prozent des aktuellen Verbrauchs, könnten aus heimischen organischen Abfällen wie Maisstroh, Klärschlamm, Holzgas, aber auch Wasserstoff gewonnen werden. Das offene Verbrauchsdelta wird durch Energieeffizienzmaßnahmen sowie durch Importe von Grünen Gasen geschlossen.

Grünes Gas für eine klimaneutrale Raumwärmeversorgung

Was fehlt, um diesen heimischen Energieschatz zu heben, „sind klare, in Gesetze gegossene Spielregeln“, sagt Mag. Michael Mock, Geschäftsführer der Österreichischen Vereinigung für das Gas und Wasserfach (ÖVGW). Seit Monaten gibt es Ankündigungen betreffend ein Gas-Paket zur Hebung der Potenziale von Grünem Gas seitens des zuständigen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Gerade Krisensituationen, wie etwa aktuell die Gefahr eines Blackouts, zeigen auf, dass die gute Versorgungssicherheit mit Strom und Wärme absolute Priorität hat und auch im Zuge der Energiewende nicht aufs Spiel gesetzt werden darf. 600.000 Haushalte in Österreich heizen noch immer mit Öl. Die Umstellung dieser auf Stromheizungen (wie Infrarotheizungen oder Luftwärmepumpen) wäre kontraproduktiv für eine sichere Versorgung, da gerade im Winter erneuerbarer Strom nicht ausreichend zur Verfügung steht. Eine Umstellung auf Grünes Gas würde hingegen die Stromnetze nicht belasten und dabei helfen, einem Blackout vorzubeugen. Innovative Technologien wie beispielsweise Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in den Haushalten, könnten zukünftig sogar helfen, das Stromsystem bei Engpässen nicht nur zu entlasten, sondern aktiv zu unterstützen.

Grünes Gas und neue Technologien für eine nachhaltige Energiezukunft

Die Gaswirtschaft will zukünftig vielfältige neue Formen von Grünem Gas einsetzen, forciert aber auch Kombinationen mehrerer Energieträger im Sinne der Sektorkopplung:

  • Biomethan: Das ist aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestelltes Grünes Gas, das dieselben guten Eigenschaften wie Erdgas hat – also rückstandsfrei und ohne Feinstaub verbrennt. Besonders wichtig: durch die Nutzung dieser Reststoffe werden zusätzlich Methanemissionen vermieden.
  • Holzgas: Holzgas kann aus Holzabfällen und Schadholz hergestellt werden, im Gasnetz ohne Verkehrsbelastungen transportiert werden und bei den Gaskunden genauso wie Erdgas genutzt werden.
  • Power-to-Gas: Bei diesem Verfahren wird Strom durch Einsatz einer Elektrolyse-Anlage in Wasserstoff (oder in weiterer Folge zu synthetischem Methan) umgewandelt. Wasserstoff kann ebenfalls ins Gasnetz eingespeist werden.

Noch effizienterer Gaseinsatz im Haushalt:

  • Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung (Mikro-KWK)/Brennstoffzellen: Bei der Erzeugung von Strom entsteht Wärme, die in zentralen Kraftwerken oft als Abwärme verloren geht. Da KWK-Anlagen die Abwärme für die Heizung und die Wassererwärmung nutzen, erreichen sie einen Gesamtwirkungsgrad, der doppelt so hoch ist wie bei der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme. Das funktioniert auch bestens im kleinen Maßstab in Form von Mikro-KWK-Anlagen für zu Hause.
  • Gaswärmepumpe: Eine Gaswärmepumpe nutzt kostenfreie Umweltwärme womit die ohnehin schon hohe Effizienz von Gasgeräten nochmals um ein Vielfaches gesteigert wird. Neben den klassischen Anwendungsfällen der Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung können Gaswärmepumpen auch ideal zum Kühlen von Gebäuden eingesetzt werden.

„Mit Grünem Gas haben wir eine umweltfreundliche Lösung für den Raumwärmemarkt der Zukunft. Gasbetriebene Heizsysteme entlasten die Stromnetze und stehen für eine zukunftssichere, leistbare und saubere Heizung“, sagt Mock abschließend.


Michael Haselauer und Wolfgang Nöstlinger bilden das neue Führungsduo der ÖVGW

Dipl.-Ing. Michael HASELAUER, MBA, Geschäftsführer der Netz Oberösterreich GmbH, fungiert ab Jahresbeginn für die nächsten zwei Jahre als Präsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW).

Bei der ÖVGW war Haselauer, der nach als Abschluss seines Maschinenbaustudiums an der TU Wien in die damalige OÖ. Ferngas eintrat und über eine langjährige Expertise in den verschiedensten Bereichen der Gaswirtschaft verfügt, bereits als Vizepräsident und Sprecher für den Fachbereich Gas tätig. In seiner neuen Funktion wird er sich weiterhin für den umweltfreundlichen Energieträger Gas einsetzen und dafür, dass Umstellung auf Grünes Gas wie geplant rasch vorangeht. „Damit die Energiewende gelingt, braucht es alle in Österreich vorhandenen Potenziale an grüner Energie, denn kein erneuerbarer Energieträger allein kann die benötigte Energiemengen erzeugen“, so Haselauer. „Grünes Gas bringt alle Voraussetzungen mit, um diese Herausforderungen zu bewältigen, und ist darüber hinaus ein echter Teamplayer. Denn es ermöglicht klimaneutrales Heizen und liefert CO2-neutrale Energie aus vielfältigen Quellen wie Abfällen und Reststoffen, die üblicherweise nicht im Haushalt eingesetzt werden können. Darüber hinaus sind Biogas und Wasserstoff auch die idealen Partner für Windenergie und Photovoltaik: Überschussproduktion von grünem Strom kann einerseits in Grünes Gas umgewandelt und damit langfristig gespeichert werden, andererseits garantiert Gas 100 % Versorgungssicherheit, wenn Wind und Sonne etwa im Winter nicht genug Energie liefern.“ Ein besonders wichtiger Punkt ist für ihn auch die Nutzung der bestehenden Infrastruktur und Kundenanlagen für Grünes Gas: „Davon profitieren das Klima, die Natur und zugleich die Verbraucher, die ihre bestehenden Gasgeräte weiterhin nützen können. Die ÖVGW sorgt hier durch die Schaffung eines technischen Ordnungsrahmens und die Klärung technischer Fragestellungen die Voraussetzungen für eine sichere und klimaneutrale Gasversorgung.“

Unterstützt wird Haselauer in der ÖVGW seit Jahresbeginn von Ing. Wolfgang Nöstlinger, MSc MBA: der neu gewählte Vizepräsident wird die ÖVGW als Sprecher des Wasserfachs nach außen vertreten. Nöstlinger absolvierte die Höhere technische Bundeslehranstalt für Maschinenbau in Wels und studierte Innovationsmanagement an der JKU Linz. Seit 2015 ist er technischer Vorstandsdirektor der eww AG (ehem. Elektrizitätswerk Wels AG), für die er seit 2004 in den Bereichen Gas, Wasser und Wärme tätig ist. In der ÖVGW wirkt er seit 2007 in zahlreichen Gremien in den Bereichen Gas und Wasser aktiv mit. Auch in seiner neuen Funktion erwarten Nöstlinger spannende Aufgaben: „Die nächsten Jahre bringen viel Neues für die Österreichische Trinkwasserversorgung. Besonders wird uns die Umsetzung der aktuellen EU-Trinkwasser-Richtlinie in nationales Recht, der zukünftige Grundwasserschutz in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft – Stichwort EuGH-Urteil und notwendige Anpassungen des Aktionsprogramms Nitrat – und der neue nationale Gewässerbewirtschaftungsplan beschäftigen.“ In Zusammenhang mit dem voranschreitenden Klimawandel, der die heimische Trinkwasserversorgung vor große Herausforderungen stellt, weist Nöstlinger auf die gesamtwirtschaftliche Bedeutung einer gesicherten Trinkwasserversorgung hin: „Um die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu gewährleisten, braucht es auch nachhaltige Investitionen in der Siedlungswasserwirtschaft. Diese wirken auch gleichzeitig als Konjunkturmotor in den Regionen, was in der aktuellen Situation besonders wichtig ist.“