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Fachbereich Wasser

Herausforderungen in der Wasserversorgung

01.10.2026

Wie kann die Trinkwasserversorgung angesichts zunehmender Wetterextreme und der Auswirkungen des Klimawandels langfristig gesichert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der diesjährigen Werkleitertagung der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), die am 30. September und 1. Oktober 2026 in Klagenfurt stattfand. Über 190 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. ÖVGW-VIzepräsident Nikolaus Sauer konnte als Ehrengäste Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger (Land Kärnten) und Bürgermeister Christian Scheider (Stadt Klagenfurt) begrüßen.

Wassersituation 2026 und Vorbereitung auf Wetterextreme

Der thematische Schwerpunkt lag auf der aktuellen Wassersituation und den damit verbundenen Herausforderungen für die Trinkwasserversorgung. Im Fokus standen die Auswirkungen von Trockenperioden und anderen Wetterextremen sowie die notwendigen Maßnahmen, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

Praxisbeispiele aus Klagenfurt und dem Unteren Drautal veranschaulichten, wie Wasserversorger mit den aktuellen Herausforderungen umgehen und welche Lösungsansätze sich in der Praxis bewähren. Ergänzende Fachbeiträge zur Vorbereitung auf Wetterextreme zeigten auf, wie sich Versorgungsunternehmen auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten und ihre Widerstandsfähigkeit stärken können.

Weitere Programmpunkte widmeten sich dem Erneuerungsbedarf der Trinkwasserinfrastruktur, innovativen technischen Lösungen und den aktuellen Anforderungen an die Wasserversorger, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit und der NIS-2-Richtlinie.

Darüber hinaus wurden die überarbeitete ÖVGW-Richtlinie W 100 „Wasserverteilung“ sowie die Fachinformation W 22 zur Vorbereitung auf Wetterextreme vorgestellt. Sie bieten den Wasserversorgern wichtige fachliche Grundlagen und Unterstützung für einen sicheren und zukunftsorientierten Anlagenbetrieb.

Zwei Exkursionen: Einblicke in die Praxis der Wasserversorgung

Ein besonderer Bestandteil der Werkleitertagung waren zwei Exkursionen, bei denen die Teilnehmer aktuelle Infrastruktur- und Technikprojekte direkt vor Ort kennenlernen konnten. 

Neuer Hochbehälter St. Martin: moderne Technik für einen sicheren Betrieb: Bei der Exkursion zum neu errichteten Hochbehälter St. Martin erhielten die Teilnehmer Einblicke in die moderne Technik und den Betrieb der Anlage mit einem Fassungsvermögen von 100 m³. Automatische Überwachung, Fernsteuerung und moderne Edelstahl-Rohrbehälter gewährleisten einen hygienischen und zuverlässigen Betrieb. Die Errichtung in bewaldetem, topografisch anspruchsvollem Gelände stellte besondere logistische Anforderungen.

Prüf- und Inspektionsstelle: Trinkwasserqualität auf dem Prüfstand: Die zweite Exkursion führte zur Prüf- und Inspektionsstelle der Stadtwerke Klagenfurt, einer anerkannten ÖVGW-Prüfstelle. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die Prüfung von Materialien und Anlagen, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen, sowie in die Funktionsprüfung von UV-Desinfektionsgeräten. Die Besichtigung des Labors mit einem der größten Prüfstände Europas zeigte, welchen Beitrag moderne Prüftechnik zur Sicherheit des Trinkwassers leistet.

Ein herzlicher Dank gilt den Stadtwerken Klagenfurt, die diese beiden Exkursionen ermöglichten und damit wertvolle Einblicke in ihre Arbeit gewährten.

Fachlicher Austausch und positive Stimmung

Neben den fachlichen Inhalten stand der persönliche Austausch zwischen den Teilnehmer im Mittelpunkt. Die Werkleitertagung bot Gelegenheit, Erfahrungen aus der täglichen Praxis zu teilen, aktuelle Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren und neue Kontakte innerhalb der Branche zu knüpfen.

Die positive Stimmung unter den Teilnehmer und die praxisnahen Einblicke der beiden Exkursionen rundeten die Veranstaltung ab. Die Werkleitertagung 2026 unterstrich einmal mehr die Bedeutung der Zusammenarbeit und des Wissenstransfers innerhalb der Wasserwirtschaft, um die österreichische Trinkwasserversorgung auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen langfristig sicherzustellen.

 

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