Aktuell

Es gibt ständig Neuigkeiten im Bereich der Gas- und Wasserversorgung: Richtlinien und Regeln werden angepasst, Schulungen und Veranstaltungen angeboten, Preise vergeben, Berichte und Studien über die Wasserqualität veröffentlicht, Initiativen gestartet – und sehr viel mehr. Hier finden Sie die wichtigsten News zum Thema. Schauen Sie regelmäßig vorbei, um auf dem Laufenden zu bleiben!


Mit 1. Juni 2019 erscheinen die neuen ÖVGW-Flüssiggas-Richtlinien (F G) und sind auch als Abo erhältlich

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) hat für Flüssiggasanlagen ein neues Regelwerk erarbeitet. Mit 1. Juni 2019 erscheinen 15 neue Flüssiggas-Richtlinien, die damit den Stand der Technik definieren. Alle bisher gültigen Richtlinien, darunter die Richtlinien G 2 („ÖVGW TR-Flüssiggas“ aus dem Jahr 2011) und G 7 (aus dem Jahr 2005), werden durch dieses neue Regelwerk ersetzt.

Grafik: Das neue F G-Regelwerk

Grafik: Gliederung der ÖVGW-Regeln im Bereich Flüssiggas

Bernhard Pichler, Bereichsleiter Gas der ÖVGW legt die Beweggründe für die Überarbeitung dar: „Die bisherigen Flüssiggas-Richtlinien haben häufig auf mittlerweile zurückgezogene Erdgas-Richtlinien verwiesen und waren somit im Berufsalltag nur mehr schwer zu gebrauchen. So wurde der Wunsch nach einem eigenen Flüssiggas-Regelwerk ohne Querverweise auf Erdgas-Richtlinien laut. Diesem Wunsch haben wir nun Rechnung getragen“.

Die bisherigen Inhalte – sowie die Inhalte aus relevanten Erdgas-Richtlinien – wurden im neuen Regelwerk in eine übersichtliche Struktur gebracht. Darüber hinaus wurden Anregungen, die dem besseren Verständnis dienen und die Lesbarkeit verbessern, berücksichtigt. Gleichzeitig erfolgten unbedingt notwendige technische Anpassungen. Besonderes Augenmerk widmete man den Bereichen „Aufstellung Flüssiggastanks“, und „Aufstellung von Flüssiggasflaschen“, die teilweise neu geregelt wurden bzw. erstmalig Ausführungen zu Domschachttiefen beinhalten.

Einbindung der Marktpartner

In die ÖVGW-Gremienarbeit zur Erarbeitung des neuen Regelwerks waren Experten der Flüssiggaswirtschaft und deren Marktpartner eingebunden. Die Meinung der delegierten Funktionäre der Gasinstallateure und Rauchfangkehrer floss in die Ausschussarbeit mit ein. „Die Zusammenarbeit war äußerst konstruktiv und wir begrüßen, dass sich die Systematik der neuen Flüssiggas-Richtlinien an den ÖVGW-Richtlinien Kunden-Erdgasanlagen (G K-Serie) orientiert“, meint der Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker; Michael Mattes. Um einen breiten Konsens zu finden, gab es darüber hinaus inhaltliche Abstimmungen mit den zuständigen Bundes-und Landesbehörden sowie den Inspektionsstellen für die Betriebsphase.

Das neue ÖVGW-Regelwerk für Flüssiggasanlagen umfasst folgende Richtlinien:

  • F G11 - „Begriffe, Sinnbilder und Tabellen“
  • F G12 - „Personalanforderungen, Dokumentation und Kennzeichnung“
  • F G21 - „Errichtung, Änderung und Fertigstellungsprüfung von Leitungen“
  • F G25 - „Aufstellung von Flüssiggastanks“
  • F G26 - „Aufstellung von Flüssiggasflaschen“
  • F G31 - „Anforderungen an Gasgeräte und Gasmotoren“
  • F G32 - „Aufstellbedingungen für Gasgeräte und Gasmotoren“
  • F G41 - „Errichtung und Änderung der Abgasabführung sowie Kondensatableitung“
  • F G51 - „Gasmessung“
  • F G52 - „Gasdruckregelung“
  • F G61 - „Rohrdimensionierung“
  • F G62 - „Verbrennungsluftversorgung“
  • F G63 - „Druckprüfverfahren“
  • F G71 - „In- und Außerbetriebnahme und Instandhaltung von Flüssiggasanlagen“
  • F G72 - „Betrieb von Flüssiggasanlagen“

Digital, als Druckwerk und mit Abovorteil

Die ÖVGW bietet die neuen F G-Regeln als digitale Einzelplatzlizenzen (PDF-Dokumente) und in Papierform (DIN A5 Broschüren) an.

Beide Ausgaben stehen auch als Abonnement im ÖVGW-Shop (shop.ovgw.at/FG) zur Verfügung. Das Abo beinhaltet den Erst-Bezug der 15 Flüssiggas-Richtlinien zum Sonderpreis und eine fixe jährliche Gebühr für überarbeitete oder auch neue ÖVGW-Flüssiggas-Richtlinien.

Die Abo-Vorteile:

  • Im Abo sind die Richtlinien beim Erstkauf günstiger als im Einzelbezug und auch die zu erwartenden neuen ÖVGW-Flüssiggas-Richtlinien sind im Einzelbezug teurer als die jährliche Abogebühr.
  • Abonnenten erhalten alle Neuerscheinungen automatisch und werden über die jeweiligen Änderungen informiert. Damit bleiben sie stets auf aktuellem Stand.
  • Bei der Druckversion erhalten die Abonnenten zusätzlich einen praktischen F G-Ordner mit Registerblättern gratis.

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 260 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.


Gasnetzbetreiber und Wasserversorger tagen im Messecongress Graz

Am 15. und 16. Mai findet der jährliche Kongress der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) in Graz statt. Rund 430 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus beiden Branchen treffen im Messecongress Graz zusammen, um sich über aktuelle technische und wirtschaftliche Herausforderungen sowie innovative, zukunftsorientierte Lösungsansätze auszutauschen. Ergänzt wird das Programm durch eine umfangreiche Fachmesse mit mehr als 70 Ausstellerfirmen.

Erfahrungsaustausch und Weiterbildung

Der ÖVGW-Kongress ist der größte österreichische Branchentreffpunkt des Gas- und Wasserfachs. Publikum sind Verantwortliche von Gasnetzbetreibern und Wasserversorgern, Expertinnen und Experten der Universitäten sowie aus der Verwaltung und dem Planungssektor.

„Die österreichischen Unternehmen der Gas- und Wasserwirtschaft bieten seit Jahrzehnten eine zuverlässige und sichere Versorgung. Um zukunftsfit zu bleiben, gilt es, die geschaffenen Werte und Infrastrukturen auf hohem Niveau weiter zu entwickeln und für kommende Generationen nachhaltig zu sichern. Der Kongress ist eine wichtige Plattform und Informationsdrehscheibe, um den Blick für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu schärfen und sich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Wirtschaft auszutauschen“, so ÖVGW-Geschäftsführer Michael Mock.

Vielfältiges Kongressprogramm mit Schwerpunkt Erneuerbare Gase

Die Podiumsdiskussion zum Thema Erneuerbare Gase beleuchtet die Herausforderungen und Chancen, die sich für die Gasbranche ergeben, wenn in Zukunft bestehende Biogasanlagen an die vorhandenen Gasnetze angeschlossen werden und beschäftigt sich mit der Frage, wie Wasserstoff ins Gasnetz integriert werden kann.

Digitalisierung, Cyber Security und Überwachung von Transitleitungen sind weitere Themenschwerpunkte, die im Fachbereich Gas intensiv diskutiert werden.

Grundwasserschutz, Aktionsprogramm Nitrat, Wetterprognosen

Vielfältig wie die Aufgaben, Leistungen und Herausforderungen der Trinkwasserbranche sind auch die Themen der Vorträge im Wasserfach. Beispielsweise werden hier die Folgen der Verordnung „Grundwasserschutzprogramm Graz bis Bad Radkersburg“ diskutiert. Mit dieser Verordnung soll eine verständnisvolle Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft in einem Gebiet mit unterschiedlichen Nutzungsansprüchen begünstigt werden.

Der aktuelle Stand eines EuGH-Verfahrens, das Aktionsprogramm Nitrat betreffend, wird aus fachlicher und rechtlicher Sicht eingehend erörtert. Weitere Vorträge widmen sich der digitalen Überwachung von Wasserversorgungsnetzen, dem Online-Monitoring und dem Nutzen langfristiger Wetterprognosen für die Wasserversorgung.

Fachmesse mit über 70 Ausstellerfirmen

Gleichzeitig findet mit dem Kongress eine in diesem Umfang in Österreich einzigartige Leistungsschau der Industrie statt, bei der neue Dienstleistungen und Produkte aus dem Bereich der Gas- und Wasserversorgung vorgestellt werden. Das Themenspektrum reicht von UV-Desinfektionsanlagen über Ortungs-, Mess- und Steuergeräte bis hin zu Software und Beratungsleistungen für Energiekonzepte. Die Messe ist allen Interessierten mit kostenfreier Tageskarte zugänglich. Neben dem Kongresspublikum werden rund 350 weitere Besucherinnen und Besucher zur Fachmesse erwartet.

Ausführliche Informationen zum Programm und zur Fachmesse:

https://eventmaker.at/oevgw/kongress_und_fachmesse_gas_wasser_2019

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 260 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der österreichischen Bevölkerung mit Trinkwasser.


Die Herausforderungen, denen die Wasserversorger in Österreich in den kommenden Jahren gegenüberstehen, sind vielfältig und größer denn je

  • Schutz der Grundwasserressourcen langfristig sicherstellen
  • Trinkwasserversorgung bei Nutzungskonflikten Priorität einräumen
  • EU-Trinkwasserrichtlinie: Bürokratie und zusätzliche Kosten für österreichische Bevölkerung vermeiden

Fortschreitende Klimaerwärmung, extreme Wetterereignisse, Belastungen des Grundwassers und konkurrierende Nutzungsansprüche zwischen Industrie, Landwirtschaft und Trinkwasserversorgern: Die Herausforderungen, denen die Wasserversorger in Österreich in den kommenden Jahren gegenüberstehen, sind vielfältig und größer denn je. Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) fordert daher anlässlich der heutigen parlamentarischen Enquete von der Politik klare Weichenstellungen, um die Trinkwasserversorgung in Österreich langfristig und nachhaltig zu sichern. „Durch den Klimawandel ist die Politik aufgefordert, die Instrumente für den langfristigen Schutz der Wasserressourcen zu prüfen und, wo erforderlich, an die neuen Herausforderungen anzupassen“, betont ÖVGW-Präsident Franz Dinhobl.

Trinkwasserversorgung bei Nutzungskonflikten Priorität einräumen

Rund 670 Millionen Kubikmeter Grund- und Quellwasser werden jährlich in Österreich über Wasserversorgungsanlagen an Konsumentinnen und Konsumenten verteilt. Der Anstieg der Hitzetage pro Jahr und die damit verbundene Steigerung der Wasserverbräuche lassen erwarten, dass in Zukunft mehr Ressourcen zur Abdeckung des Spitzenbedarfs an Trinkwasser benötigt werden. Auch mit Nutzungskonflikten, etwa zwischen Industrie, Landwirtschaft und Trinkwasserversorgern, aufgrund der klimatischen Veränderungen ist zu rechnen. „Um das hohe Niveau der Trinkwasserversorgung in Österreich zu halten, gilt es, den fachpolitischen Dialog mit allen Anspruchsgruppen sicherzustellen und gemeinsam Perspektiven und Rahmen zur Zukunftssicherung zu entwickeln. Es muss langfristig überlegt werden, wie die Ressource Wasser in Zukunft aufgeteilt wird. Bei Nutzungskonflikten ist der Trinkwasserversorgung klar Priorität einzuräumen“, so Dinhobl.

EU-Trinkwasserrichtlinie: Bürokratie und zusätzliche Kosten für Konsumentinnen und Konsumenten vermeiden

Rund 5.500 Wasserversorger sorgen in Österreich dafür, dass rund um die Uhr Trinkwasser in bester Qualität in unsere Haushalte fließt. Pro Jahr stehen Österreich 86 Milliarden Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Der gesamte jährliche Wasserbedarf liegt momentan bei 2,5 Milliarden Kubikmeter, wobei zwei Drittel auf die Industrie und etwa 5 Prozent auf die Landwirtschaft entfallen. Von der theoretisch verfügbaren Wassermenge verwenden Österreichs Haushalte weniger als ein Prozent. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, in denen Oberflächenwasser für die Trinkwasserversorgung aufbereitet werden muss, ist Österreich in der glücklichen Lage, den Trinkwasserbedarf zu 100 Prozent aus Grund- und Quellwasser decken zu können. „Österreich hat, im Unterschied zu anderen Ländern, eine ausgezeichnete Trinkwasserversorgung. Die Politik muss daher bei der Revision der EU-Trinkwasserrichtlinie und der folgenden nationalen Umsetzung darauf achten, dass keine überflüssige Bürokratie aufgebaut wird, die unnötige Kosten für die Konsumentinnen und Konsumenten verursachen würde“, so Dinhobl.

Nachhaltige Wasserwirtschaft

Die Basis für die erstklassige Trinkwasserversorgung in Österreich wurde durch eine seit Generationen etablierte, nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung gelegt. Die Wasserschutz- und Wasserschongebiete umfassen in Österreich eine Gesamtfläche von etwa 5.500 km2 (das entspricht in etwa 13 Mal der Grundfläche Wiens). „Wir müssen mit höchster Sorgfalt darauf achten, dass die Qualität unserer Gewässer weiterhin erhalten bleibt. Schutz der Trinkwasserressourcen ist Schutz von Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen zugleich“, so Dinhobl.

Durch das sehr gute Monitoring in Österreich lassen sich Schadstoffe schnell und gut erkennen, die etwa durch menschliche Nutzungen und Aktivitäten ins Grundwasser gelangen. Dass heute mehr Spurenstoffe – wie z. B. Arznei- und Pflanzenschutz-mittelrückstände – gefunden werden, ist laut Dinhobl vor allem auf die verbesserte Messtechnik zurückzuführen. „Die Analytik kann heute Konzentrationen im Nanogrammbereich detektieren. Ein Nanogramm pro Liter entspricht in etwa einem Salzkorn in einem Olympiaschwimmbecken mit 2,5 Millionen Liter Inhalt“, so Dinhobl.

Österreich hat in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich in die Verbesserung der Gewässerqualität investiert. Durch die im Jahr 2000 in Kraft getretene Wasserrahmenrichtlinie, werden diese Bemühungen noch gestärkt. „Die Wasserrahmenrichtlinie trägt wesentlich zum Schutz von Trinkwasserressourcen sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht bei. Die Zielvorgaben dieser Richtlinie dürfen daher keinesfalls verwässert werden, im Gegenteil, die Ambitionen in der Umsetzung gehören verstärkt und von der Politik gefördert. Nur durch den umfassenden Schutz der Grundwasserressourcen kann der hohe Qualitätsstandard des Trinkwassers in Österreich auch in Zukunft gewährleistet werden“, so Dinhobl.

Mehr Bewusstsein für unser Trinkwasser

Um mehr Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit unserem Trinkwasser zu schaffen, wurde von der ÖVGW im Jahr 2016 der österreichische TRINK ́WASSERTAG ins Leben gerufen. An dem jährlich stattfindenden Aktionstag informieren Wasserversorgungs-unternehmen in allen neun Bundesländern über ihre Tätigkeiten und zeigen, was hinter einer sicheren und störungsfreien Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser steckt. Heuer findet der TRINK ́WASSERTAG am 14. Juni 2019 statt.

Facts & Figures Österreichische Trinkwasserwirtschaft:

https://www.ovgw.at/wasser/ressource

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 260 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.


ÖVGW und BOKU präsentieren Studie zur Wasserversorgung in Rekordsommern

  • Klimaveränderung ist neue Herausforderung für den Ressourcenschutz
  • Mehr Hitzetage pro Jahr – Abdeckung des Spitzenbedarfs wird schwieriger
  • Hochwertiges Trinkwasser als Kernelement der Daseinsvorsorge
  • Bewusstseinsbildung und Maßnahmen für Ressourcenschutz wichtig

Nach den Rekordsommern 2003 und 2015 waren auch die Jahre 2017 und 2018 in Österreich von Extremtemperaturen geprägt. Eine Herausforderung für die Trinkwasserversorgung in Österreich, denn der Klimawandel könnte in den kommenden Jahren zu Nutzungskonflikten führen. Darauf verweist die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) mit der von ihr beauftragten Studie „Wasserversorgung in Rekordsommern“, durchgeführt von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU).

„Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein schützenswertes Gut, das verteidigt und sorgfältig behandelt werden muss“, unterstreicht ÖVGW-Präsident Franz Dinhobl den Erwägungsgrund 1 der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Um die Sicherheit der Trinkwasserversorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können, fordert die ÖVGW daher die Politik auf, die Instrumente für den langfristigen Schutz der Wasserressourcen an die neuen Herausforderungen anzupassen. Denn der Anstieg der Hitzetage pro Jahr und die damit verbundene Steigerung der Wasserverbräuche lassen erwarten, dass in Zukunft mehr Ressourcen für die Abdeckung des Spitzenbedarfes an Trinkwasser benötigt werden, so die ÖVGW.

Vorsorgen und anpassen

„Österreichs Trinkwasserwirtschaft genießt national und international einen hervorragenden Ruf. Die Basis dafür wurde durch eine seit Generationen etablierte, nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung gelegt. Das darf nicht aufs Spiel gesetzt werden“, so Franz Dinhobl weiter. Mit der soeben publizierten Studie zeigen ÖVGW und BOKU die Auswirkungen der klimatischen Entwicklungen auf die Wasserversorgung in Österreich auf und machen deutlich, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Trinkwasserversorgung in Österreich nachhaltig zu sichern.

Alpenraum vom Klimawandel stark betroffen

Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich auch in Österreich immer deutlicher. „Die letzten 20 Jahre waren größtenteils als überdurchschnittlich warm einzustufen. Alle aktuellen Studien zur klimatischen Entwicklung sagen einen weiteren Temperaturanstieg und die Zunahme von Extremereignissen, insbesondere von Hitzewellen, in den nächsten Jahrzehnten in Österreich voraus. Je nach Szenario nehmen die Hitzetage von derzeit rund 20 pro Jahr auf 50 und mehr bis 2100 zu“, so Studienautor Roman Neunteufel vom Institut für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft und Gewässerschutz der BOKU Wien. Die Temperaturzunahme lag im Alpenraum bereits bisher über dem Durchschnitt der Nordhemisphäre. Im Vergleich zum Zeitraum 1971 bis 2000 wird ein weiterer Anstieg um +1,5 °C für den Zeitraum 2021 bis 2050 prognostiziert.

Längere Hitzewellen und Trockenperioden

„Für die Wasserversorgung ist vor allem relevant, wie sich Frühlings- oder Sommertemperaturen und -niederschläge entwickeln“, so Neunteufel. „Die derzeitigen Klimamodelle lassen eine starke Zunahme an Hitzetagen erwarten – längere Trockenperioden haben wiederum großen Einfluss auf den Wasserverbrauch“, so Neunteufel. Laut einer Auswertung der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) vom August 2018 hat die durchschnittliche Dauer einer Hitzewelle in den Landeshauptstädten in den letzten Jahrzehnten um rund zwei Tage zugenommen. Außerdem kommen Hitzewellen mittlerweile deutlich häufiger (+ 50 %) vor als früher.

2018 kam es bereits im Frühjahr an der Alpennordseite und im östlichen Flachland zu einer ausgeprägten Trockenheit. Hier gab es zum Teil nur 30 bis 45 %, kurzfristig und lokal nur bis 15 % der sonst üblichen Niederschläge. In den Sommermonaten war das Niederschlagsdefizit zwar nicht ganz so extrem, aufgeholt konnten die fehlenden Mengen allerdings nicht werden. Am schlimmsten von durchgehenden Niederschlagsdefiziten waren das nördliche Niederösterreich sowie weite Teile Oberösterreichs betroffen.

2018: Verbrauchsspitzen durch private Bewässerungssysteme und Pools

Verbrauchsspitzen zu spüren bekommen vor allem jene Wasserversorgungsunternehmen, die in ihrem Versorgungsgebiet viele Reihen-, Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Eigengarten haben. Denn Poolbefüllungen, zunehmend aber auch Bewässerungssysteme privater Haushalte, sind sehr verbrauchsintensiv. „Die Zunahme der Gartenbewässerungsanlagen mit zeitgesteuertem Betrieb führt dazu, dass im Sommer auch in der Nacht die Wasserverbräuche nicht zurückgehen“, so Manfred Eisenhut, Bereichsleiter Wasser der ÖVGW.

Eine aktuelle Umfrage unter 30 ÖVGW-Mitgliedsunternehmen (diese versorgen 3,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mit Trinkwasser) zeigt, dass 2018 einige Versorger genau dadurch neue, ungewöhnlich hohe Verbrauchsspitzen verzeichneten. Zwar traten bislang noch keine Versorgungsengpässe auf, in einigen Fällen konnte dies aber nur durch Sparmaßnahmen wie Aufrufe im Internet bzw. durch Ergänzung der Einspeisung aus überregionalen Versorgungsnetzen verhindert werden. „Speziell für kleinere Versorgungseinheiten ohne Notverbünde stellen die steigenden Verbrauchsspitzen ein zunehmendes Problem dar“, so Eisenhut weiter. Die Hälfte aller Umfrageteilnehmer weist Ausschöpfungsgrade von über 70 % an verbrauchsreichen Tagen auf.

Für knapp 60 % der Unternehmen sind jedenfalls bereits Veränderungen bemerkbar. Sie geben an, dass zusätzliche Investitionen nötig waren, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, bzw. dass weiter in Anpassungsmaßnahmen investiert werden muss.

ÖVGW-Forderung: Wasserversorgung muss im Einflussbereich der öffentlichen Hand bleiben

Mehr Hitzewellen und Trockenperioden bedeuten in Österreich aber nicht per se weniger Trinkwasser. Denn von der theoretisch verfügbaren Wassermenge verwenden Österreichs Haushalte weniger als 1 %. Bei einer Verknappung der Wasserressourcen können aber regional Nutzungskonflikte drohen – etwa zwischen Landwirtschaft, Industrie und Trinkwasserversorgern – daher fordert die ÖVGW Studien unter Beteiligung aller Betroffenen, die Antworten auf die wichtigsten Fragen geben können und dann zu entsprechenden Maßnahmen führen. „Der Trinkwasserversorgung muss dabei aber Vorrang eingeräumt werden“, betont Dinhobl.

Besonders wichtig ist der ÖVGW, dass Wasser auch in Zukunft im Einflussbereich der öffentlichen Hand bleibt. Die Wasserversorgung stelle das Kernelement der Daseinsvorsorge dar und Wasser sei das wichtigste Lebensmittel – höchste hygienische Qualität habe für die Bevölkerung daher oberste Priorität. Das Einspeisen von Wasser durch verschiedene Versorger in ein und dasselbe Leitungsnetz sei nicht sinnvoll möglich, da zu viele Qualitäts- und Haftungsfragen offen blieben.

Weitere Empfehlungen zur Versorgungssicherheit von ÖVGW und BOKU sind:

  • Auch für kleine und kleinste Wasserversorger sollte ein zweites Standbein der Wassergewinnung zum Standard werden. So könnte das Ziel einer 100 %-Ausfallsbedarfsdeckung aller Wasserversorgungsunternehmen erreicht werden.
  • Die bisherigen Verbesserungen, wie etwa Vernetzung, Schaffung zusätzlicher Ressourcen, Aufbereitung von Ressourcen, die sonst nicht oder nur eingeschränkt nutzbar sind, sollten weitergeführt werden.
  • Die verfügbaren Gesamtkapazitäten und Ausfallssicherheiten sollten nicht nur für einzelne Wasserversorgungsunternehmen, sondern integriert über die Verbundsysteme und Regionen betrachtet werden. Eine regional integrierte Wasserversorgungsplanung soll insbesondere auch eine Bestandsaufnahme verfügbarer Ressourcen, eine Ressourcennutzungsplanung, eine Aufnahme bestehender Wassernutzungen (auch andere Nutzer als die Wasserversorgung) und Prognosen des zukünftigen Wasserbedarfs umfassen.

Fakten zur Trinkwasserversorgung in Österreich

Österreich kann den Trinkwasserbedarf zu 100% aus Grund- und Quellwasser decken.

Ganz anders ist das etwa im Nachbarland Deutschland: Dort muss ein Drittel des Trinkwassers aus Oberflächenwasser aufbereitet werden. In Großbritannien sind es sogar 72 %, in Norwegen 88 %. Grundwasser hat den Vorteil, dass es deutlich besser geschützt ist als Oberflächengewässer und daher sicherer für die Trinkwasserversorgung ist.

  • 27 % der Wassermenge können gänzlich ohne Behandlung in die heimischen Trinkwasserleitungen gelangen.
  • Zwei Drittel (66 %) werden nur desinfiziert.
  • 6% der Wassermenge werden einer konventionellen Wasserbehandlung unterzogen (z. B. Filtration, Enteisenung), 1% einer weitergehenden Wasserbehandlung (z. B. Nitratreduktion).

Pro Jahr stehen Österreich 76,4 Mrd. m3 Wasser zur Verfügung. Der gesamte jährliche Wasserbedarf liegt derzeit bei 2,2 Mrd. m3, wobei zwei Drittel auf Landwirtschaft und Industrie entfallen. Von der theoretisch verfügbaren Wassermenge verwenden Österreichs Haushalte weniger als 1 %. Bezogen auf eine/n Einwohner/in wurden im Jahr 2017 in Österreich laut ÖVGW-Statistik 183 Liter Trinkwasser pro Tag an die Verbrauchsgruppen Haushalt, Gewerbe und Industrie abgegeben. Der reine Haushaltsbezug liegt bei etwa 130 l / Einwohner und Tag.

In Österreich gibt es rund 5.500 Wasserversorgungsunternehmen (WVU), die 93 % der Bevölkerung zentral mit Trinkwasser versorgen. Pro Jahr werden von den Wasserversorgern rund 800 Mio. m3 Trinkwasser aus Brunnen und Quellen gewonnen. Für jede/n zentral versorgte/n Einwohner/in stehen zwischen 400 und 700 Liter gespeichertes Trinkwasser zur Verfügung. Das österreichische Wasserleitungsnetz ist derzeit rund 81.000 km lang, das entspricht etwa zwei Mal der Länge des Äquators.

Insgesamt wurden laut ÖVGW-Statistik in Österreich im Jahr 2017 rund 672 Mio. m3 in die Wasserversorgungsanlagen eingespeist, um Trinkwasser an Haushalte, öffentliche Einrichtungen und an das Dienstleistungsgewerbe und die Industrie abzugeben. Diese Wassermenge entspricht ungefähr dem halben Fassungsvermögen des Mondsees.

Das österreichische Trinkwasser unterliegt strengen Qualitätskontrollen. Es wird im Auftrag der Wasserversorger regelmäßig nach den gesetzlichen Vorgaben untersucht. Die WVU betreiben und warten 1,5 Millionen Hausanschlussleitungen und ebenso viele Wasserzähler. Je Hausanschluss werden im Schnitt sechs Personen versorgt.

Ein Liter Trinkwasser kostet in Österreich rd. 0,15–0,30 Cent. Für eine vergleichbare Flasche Mineralwasser bezahlt man hingegen etwa das 200-fache.

Die Trinkwasserversorgung ist ein bedeutender Faktor der Volkswirtschaft:

  • Jährlich werden in Österreich etwa 247 Mio. Euro in die Trinkwasserversorgung investiert.
  • Anlageninvestitionen und -betrieb tragen mit 1,1 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung zum österreichischen Bruttoinlandsprodukt bei.
  • Anlageninvestitionen und -betrieb schaffen, sichern und erhalten 9.400 Arbeitsplätze für unselbstständig Beschäftigte.

(Vgl.: Studie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Siedlungs- und Schutzwasserwirtschaft sowie der Gewässerökologie“, beauftragt vom BMNT)

Mehr Bewusstsein für unser Trinkwasser

Der von der ÖVGW initiierte österreichweite TRINK’WASSERTAG findet am 14. Juni 2019 zum vierten Mal statt. Wasserversorgungsunternehmen in allen Bundesländern zeigen, was die heimische Wasserwirtschaft leistet und welchen Wert eine sichere und störungsfreie Wasserversorgung hat. www.trinkwassertag.at

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 250 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern knapp 6,4 Millionen Menschen bzw. rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.


Neue Herausforderungen für Wasserversorger in Österreich als Top-Thema

Etwa 230 Expertinnen und Experten der österreichischen Trinkwasserwirtschaft treffen am 30. und 31. Jänner 2019 in Wien zusammen, um aktuelle ökologische, ökonomische und technische Themen eingehend zu diskutieren. Organisiert wird das zweitägige Symposium von der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW). Der inhaltliche Bogen spannt sich von zukünftigen Herausforderungen für die Trinkwasserversorger und der Sicherung der Versorgung in besonders heißen Sommern über Spurenstoffe und neue Normen hin zu sicheren Informations- und Kommunikationstechnologien.

Eröffnet wird das Symposium Wasserversorgung von DI Franz Dinhobl, dem neu bestellten Präsidenten der ÖVGW. Er betont, dass sich die Wasserversorger den Herausforderungen, die sich vor allem auch aus den klimatischen Veränderungen ergeben, ambitioniert stellen. „Die Sicherstellung der Versorgung mit Trinkwasser hat für uns ebenso wie der Schutz und die Absicherung der Wasserressourcen absolute Priorität“, erklärt Dinhobl. Er wird mit Vertretern des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) und der EurEau (European Federation of National Associations of Water Services) zukünftige Problemstellungen der Wasserversorger diskutieren.

Heiße Sommer, Trinkwasserquantität und -qualität

DI Dr. Roman Neunteufel von der Universität für Bodenkultur Wien wird erste Einblicke in eine Studie geben, die die Auswirkungen besonders heißer Sommer auf die Wasserversorgung analysiert. Ziel der Studie ist festzustellen, welchen Einfluss Extremtemperaturen auf die Wasserversorgungssituation haben und welche Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung der hohen Versorgungssicherheit noch getroffen werden sollten. Die endgültigen Ergebnisse der Studie werden Mitte Februar erwartet. Trinkwasserqualität, Messprogramme, Untersuchungen auf Pharmazeutika und Mikroplastik-Analysen stehen im Zentrum der Ausführungen von DI Johannes Grath vom Umweltbundesamt.

Kommunikation und IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien)

DI Mario Unterwainig vom BMNT wird auf die zunehmende Abhängigkeit von IKT-Systemen infolge Digitalisierung und Vernetzung eingehen und den Schutz kritischer Infrastrukturen, zu denen die Trinkwasserversorgung zählt, darlegen. Das Thema Cyber-Sicherheit bei Wasserversorgungsunternehmen wird auch der Vortrag von Prof. DI Dr Daniela Fuchs-Hanusch von der TU Graz beleuchten.
Mit Informationsverarbeitung und Emotionen in der Kommunikation wird sich der Vortrag von Mag. Dr. Josef Sawetz vom Institut für Publizistik und Kommunikations-wissenschaft der Universität Wien befassen.
Weitere inhaltliche Schwerpunkte des Symposiums sind moderne Konzepte zur Betriebsdatenverwaltung, neue Wasserzähler sowie Neuerungen im Normungsbereich.
„Wir wollen beim Symposium aktuelle Inhalte und Problemstellungen rund ums Wasser thematisieren“, definiert Dinhobl das Ziel der Veranstaltung. „Außerdem ist dieses der richtige Ort, um den Meinungsaustausch innerhalb der Branche zu vertiefen“.

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungs-unternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 250 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern knapp 6,4 Millionen Menschen bzw. rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser. Der von der ÖVGW organisierte österreichweite TRINK’WASSERTAG findet heuer am 14. Juni statt.


Neuerungen bei der Errichtung und Änderung von Leitungen

Mit Dezember 2018 wurde die überarbeitete Fassung der ÖVGW-Richtlinie für Kunden-Erdgasanlagen G K21 „Errichtung, Änderung und Fertigstellungsprüfung von Leitungen“ veröffentlicht. In der nun vorliegenden Richtlinie wurden neben redaktionellen Anpassungen auch umfangreiche technische Änderungen, die im Rahmen der Strukturumstellung von der Richtlinie G 1 u.a. auf die G K-Serie im Jahr 2016 bewusst ausgespart wurden, umgesetzt.

Folgende technischen Änderungen bringt die neue ÖVGW-Richtlinie G K21 mit sich:

Rohre und Verbindungstechnik

  • Edelstahlrohre dürfen nun auch mit einem werkseitig aufgebrachten Kontaktschutz zum Einsatz gebracht werden, vorummantelte Kupferrohre neben der Ausführung mit Glatt- neu auch als Stegmantel-Variante.
  • Das Pressen von Stahlrohren bzw. von weichen Kupferrohren (R220) und das Schweißen von Rohren aus nichtrostendem Stahl wurden als zulässige Verbindungstechniken neu aufgenommen.
  • Abnahmekriterien für Schweißverbindungen werden erstmals definiert.

Rohrverlegung

  • Bei der Leitungsverlegung im Fußboden gibt es nun neben der bisherigen Variante (Stahlrohr – geschweißt) bei Verwendung eines entsprechenden Kabelschutzrohrs bzw. -schlauches auch die Möglichkeit Edelstahlrohre bzw. Kupferohre oder Edelstahlwellrohre einzusetzen. Rohrverbindungen im Fußboden sind auch in Zukunft nur in geschweißter Ausführung erlaubt.
  • Ebenfalls neu in der G K21 sind detaillierte Angaben für freiverlegte Leitungen im Außenbereich bzw. im Bereich von Wärmequellen.

Kontakt- bzw. Korrosionsschutz
Metallene Leitungen und die Verbindungsstellen sind bei Verlegung unter Putz nun immer mit einem entsprechenden Kontakt- bzw. Korrosionsschutz zu versehen. Die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Umsetzung mittels werkseitig vorbereiteter oder vor Ort hergestellter Lösung sind dabei in der Richtlinie ausführlich beschrieben. Diese Anforderungen gelten auch für die Verlegung von Kupfer- und Edelstahlrohren im Fußboden unter Verwendung eines Kabelschutzrohrs bzw. -schlauches. Besteht die Möglichkeit von chemischen oder elektrochemischen Einflüssen bei freiverlegten Leitungen oder bei der Verlegung in Leichtbauwänden, Rohrkanälen, Schächten sowie Hohlräumen, so sind die Leitungen analog der Verlegung unter Putz zu schützen.

Weiterführende Informationen / Schulungen
Neben der G K21 wurde auch die G K12 „Personalanforderung und Dokumentation“ Ende 2018 überarbeitet bzw. bereits im Jahr 2017 mit der G K22 eine eigene Richtlinie zur Instandsetzung von Leitungen erstellt. Zu diesen Inhalten wurde seitens der ÖVGW ein eigener Kurs mit den Neuerungen bei Kunden-Erdgasanlagen konzipiert, der ab sofort zur Verfügung steht. Nähere Informationen zu den ÖVGW-Richtlinien für Kunden-Erdgasanlagen sowie zu den Kursterminen finden Sie auf www.ovgw.at im Bereich Regelwerk Gas oder Bildungsangebot Gas.

Die ÖVGW
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungs-unternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 250 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern knapp 6,4 Millionen Menschen bzw. rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.


Franz Dinhobl und Michael Haselauer bilden das neue Führungsduo der ÖVGW

Dipl.-Ing. Franz DINHOBL, Geschäftsführer der EVN Wasser, fungiert ab Jahresbeginn als Präsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW). Er folgt auf Dipl.-Ing. (FH) Manfred PACHERNEGG, Geschäftsführer der Energienetze Steiermark, der zwei Jahre lang amtierte.

Dinhobl studierte Kulturtechnik und Wasserwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien und ist seit 1993 in der EVN Wasser tätig. Seit 2005 ist er Mitglied des Vorstands der ÖVGW, seit 2017 deren Vizepräsident und Sprecher des Wasserfachs. Der neue ÖVGW-Präsident formuliert zu Beginn seiner Amtsperiode die Ziele klar: „Die gute Qualität des österreichischen Trinkwassers basiert – neben betrieblichen und qualitativen Sicherheitsmaßnahmen – auf vorausschauendem Ressourcenschutz. Ihm kommt nach wie vor hohe Bedeutung zu. In Zeiten des Klimawandels gilt es aber besonders, die geschaffenen Infrastrukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln und entsprechende Anpassungsmaßnahmen zu treffen, um die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser auch bei anhaltender Hitze zu sichern. Es gilt eine Klimawandelanpassungsstrategie für die Trinkwasserversorgung zu entwickeln, welche Antworten auf diese Fragen gibt.“

Unterstützt wird Dinhobl von Vize-Präsident Dipl.-Ing. Michael HASELAUER MBA, Geschäftsführer der Netz Oberösterreich GmbH. Er studierte Maschinenbau an der TU Wien, ehe er 1996 in die damalige OÖ. Ferngas AG eintrat. Bei der ÖVGW ist Haselauer Sprecher für den Fachbereich Gas und will in seiner neuen Aufgabe „vor allem Grünem Gas zu einem Durchbruch verhelfen“. Die Weichen dazu wurden in den vergangenen Jahren u.a. mit einer Forschungsinitiative gestellt.

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungs-unternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und rund 250 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern knapp 6,4 Millionen Menschen bzw. rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.