Aktuell

Es gibt ständig Neuigkeiten im Bereich der Gas- und Wasserversorgung: Richtlinien und Regeln werden angepasst, Schulungen und Veranstaltungen angeboten, Preise vergeben, Berichte und Studien über die Wasserqualität veröffentlicht, Initiativen gestartet – und sehr viel mehr. Hier finden Sie die wichtigsten News zum Thema. Schauen Sie regelmäßig vorbei, um auf dem Laufenden zu bleiben!


Der österreichische Trinkwassertag findet heuer bereits zum 5. Mal statt und steht dieses Jahr unter dem Motto „Krisensichere Trinkwasserversorgung“.

Wie sicher ist die Trinkwasserversorgung in Österreich – auch im Fall eines Ausnahmezustands wie einer Pandemie, eines Blackouts oder einer Cyberattacke?

Pressefoto: Österreichweiter TRINK ́WASSERTAG am 19. Juni 2020 (© PlanSinn/Anne Sulzberger)

Für uns in Österreich ist es selbstverständlich, dass wir täglich bestes Trinkwasser aus der Wasserleitung genießen und nutzen dürfen. Dafür sorgen tagtäglich rund 5.500 Wasserversorger in ganz Österreich. Und doch könnte plötzlich alles anders sein. Seit COVID-19 haben wir eine Vorstellung davon bekommen, wie schnell sich scheinbar feste Abläufe ändern können und wie sehr das unser tägliches Leben auf den Kopf stellt. „Daher setzt die Branche dieses Jahr auf eine umfassende Information zum Thema krisensichere Trinkwasserversorgung“, so der ÖVGW-Präsident DI Franz Dinhobl. Wir leben grundsätzlich in einer sehr sicheren Zeit und sind so gut versorgt wie nie zuvor – das gilt auch für die Trinkwasserversorgung, die sehr gut organisiert ist, jedoch von Krisen wie zum Beispiel Cyberattacken, Krankheitserregern oder einem Blackout betroffen sein kann.

Gemeinsamer Aktionstag – heuer einmal anders

Der TRINK’WASSERTAG, den Wasserversorger in Zusammenarbeit mit der ÖVGW seit 2016 jeweils in der 2. Junihälfte veranstalten, lässt sich heuer wegen der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie nicht in der gewohnten Form mit Festen, Führungen, Ausstellungen und Schulprogrammen durchführen. Die Wasserversorger setzen unter dem Motto „Gemeinsam informieren“ auf Aktionen wie Postwurfsendungen und Medienarbeit, um ihre Leistungen zu präsentieren und damit zu zeigen, was hinter einer sicheren und störungsfreien Versorgung mit bestem Trinkwasser steckt.

Pandemie, Cyberangriffe und Blackout – die Trinkwasserversorger sind vorbereitet!

Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig ausreichend und gut ausgebildetes Personal für die kritische Infrastruktur ist. Das Trinkwasser war in der aktuellen Krise nicht direkt betroffen, sehr wohl aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Wasserwerken. Für solche Fälle legen Notfallpläne fest, wie das Personal bestmöglich vor einer Ansteckung geschützt wird, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können.

Bei einem Stromausfall ist es dank der gebirgigen Landschaft in Österreich möglich, viele Regionen ohne Pumpen, nur mithilfe des natürlichen Gefälles mit Trinkwasser zu versorgen. Wo kein Gefälle den Wassertransport unterstützt, werden Pumpen eingesetzt. Wasserversorger sind gut darauf vorbereitet und können einen Stromausfall überbrücken bzw. zumindest eine Notversorgung sicherstellen. Die Steuerung der Trinkwasseranlagen kann im Notfall – z.B. bedingt durch eine Cyberattacke – auch auf händischen Betrieb umgestellt werden.

Vor Verunreinigungen mit Krankheitserregern ist unser heimisches Trinkwasser generell sehr gut geschützt – etwa, indem wir zu 100 Prozent Grund- und Quellwasser nutzen, das zuvor durch den natürlichen Bodenfilter gereinigt wird. Die Wasserversorger kontrollieren laufend das Trinkwasser, um mögliche Verunreinigungen rasch zu erkennen und entsprechende Maßnahmen umgehend einleiten zu können. Gegen eventuell auftretende Krankheitserreger im Wasser werden Desinfektionsanlagen entweder bereits eingesetzt, oder sind für solche Fälle bereits vorbereitet.

Eigenverantwortung im Ausnahmezustand – Tipps für die Verbraucherinnen und Verbraucher

Trotz der gegebenen Sicherheit kann auch jede und jeder selbst vorsorgen und eigene Vorkehrungen treffen, um Krisensituationen gut bewältigen zu können. Wichtig ist es, in der Krise keine Hamsterkäufe zu tätigen. Einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln und Wasser ist generell empfehlenswert. Bitte handeln sie entsprechend den Vorgaben Ihres Wasserversorgers – es kann zum Beispiel sein, dass Ihr Wasserversorger Sie bittet, den Pool nicht zu befüllen, um einen Spitzenbedarf zu verhindern.

Link zum Folder „Krisensichere Trinkwasserversorgung“

https://www.trinkwassertag.at

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 260 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grund- und Quellwasser gewonnen, welches Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser auch in Zeiten des Klimawandels im Fokus. Um die Leistungen der heimischen Wasserversorgungsbetriebe auch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, findet auch dieses Jahr der von der ÖVGW ins Leben gerufene TRINK ́WASSERTAG am 19. Juni statt.


Die Ausschreibung des Neptun Wasserpreises 2021 ist gestartet: Bis 14. Oktober 2020 können wieder Projekte, Fotos, Videos und Kunst rund um das Thema Wasser in fünf Kategorien eingereicht werden.

Der wichtigste österreichische Umwelt- und Innovationspreis zum Thema Wasser sucht Beiträge aus Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, kürt Österreichs WasserGEMEINDE 2021 und veranstaltet erneut den beliebten Fotowettbewerb WasserWIEN. Die Einreichung ist bis 14. Oktober auf www.neptun-wasserpreis.at möglich.

„Trinkwasser, Versorgungssicherheit, Klimawandel, Trockenheit – viele Themen rund ums Wasser rücken momentan vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. In Zeiten wie diesen zeigt sich, wie wichtig der konsequente Einsatz für die wertvolle Ressource Wasser ist. Viele Menschen, Institutionen und Unternehmen in Österreich tun dies Jahr für Jahr mit Leidenschaft und innovativen Ideen. Der Neptun Wasserpreis holt diese Leistungen im Bereich Forschung, Bildung, Kunst und Kultur vor den Vorhang. Der Preis bietet sowohl für die Fachwelt als auch die Bevölkerung und alle Gemeinden in Österreich die Möglichkeit teilzunehmen, WasserEngagement zu zeigen und dafür ausgezeichnet zu werden“, betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger anlässlich des Starts der Ausschreibung.

Forschung, Bildung und Kunst werden beim Neptun Wasserpreis in drei Fachkategorien geehrt. Zusätzlich kürt der Neptun Wasserpreis Österreichs WasserGEMEINDE 2021 und sucht in der Bundeshauptstadt nach "Erfrischend Wienerischen" Fotos und Videos. Der Neptun Wasserpreis ist 2021 mit insgesamt 21.000 Euro an Preisgeldern dotiert.

Wasserschutz beginnt mit WasserBILDUNG

In der Fachkategorie WasserBILDUNG zeichnet der Neptun Wasserpreis Initiativen, Projekte und Aktionen aus, die mit (Bewusstseins-) Bildung und Wissensvermittlung zum Schutz und zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser beitragen. 2019 gewann die Marktgemeinde Lustenau mit dem „WER WIE WASser – Mitmachbuch“. Im Zuge von abwechslungsreichen Workshops verfolgten ExpertInnen für Wasser sowie Pädagogik, Grafik und Text gemeinsam mit 70 Kindern die Reise des Lustenauer Wassers. Herausgekommen ist dabei ein spannendes 80-seitiges „Kritzelbuch“.

„In Österreich steht sauberes Trinkwasser krisensicher und rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr in bester Qualität zur Verfügung. Umso wichtiger ist es zu informieren, was hinter dieser Ressource steckt und was für ihren Schutz notwendig ist“, erklärt Franz Dinhobl, Präsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW).

Die VERBUND Hydro Power GmbH übernimmt die Patenschaft von WasserBILDUNG und die Geschäftsführer Karl Heinz Gruber und Michael Amerer sind sich sicher: „In Österreich gibt es zahlreiche innovative Bildungsprogramme, die zu einem bewussten Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen beitragen.“

WasserFORSCHT für eine nachhaltige Zukunft

Die Fachkategorie WasserFORSCHT bietet eine Plattform für Projekte und Technologien aus den Bereichen Forschung & Entwicklung in Wirtschaft und Wissenschaft. 2019 überzeugte das Rote Kreuz durch ein mobiles Feldlabor für den sicheren Umgang mit Abwasser im Katastrophenfall und konnte sich mit diesem Projekt auch den Neptun Hauptpreis sichern.

„Die Einreichungen in der Forschungskategorie haben stets eine hohe gesellschaftliche Relevanz, sind nachhaltig und praktisch anwendbar! Neben der Fäkalschlammanalyse des Roten Kreuzes hat der Neptun 2019 auch revolutionäre Projekte wie einen elektrischen Fischschutz für Wasserkraftwerke oder elegante Verfahren zur Qualitätssicherung der österreichischen Gewässer geehrt. Es sind beeindruckende Beispiele unserer innovativen österreichischen Forschungslandschaft“, hebt Roland Hohenauer, Präsident des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV), die Bedeutung der Forschungskategorie hervor.

Die Bühne für kreative Wasser-Kunst

Das Element Wasser inspiriert die Menschen seit jeher in ihrem künstlerischen Schaffen. Mit der Kategorie WasserKREATIV gibt der Neptun Wasserpreis der Kunst zum Thema Wasser eine Bühne – und das gleich doppelt! Die Privatbrauerei Zwettl übernimmt nicht nur die Patenschaft für die Kunstkategorie, sondern ermöglicht auch eine regionale Sonderauszeichnung: „WasserKREATIV im Waldviertel“ für Kunstwerke mit Waldviertelbezug.

Karl Schwarz, Geschäftsführer der Privatbrauerei Zwettl: „Wasser ist – vor allem für uns als Brauerei – eine unschätzbar wertvolle Ressource, die nicht selbstverständlich ist. Um ihr die nötige Aufmerksamkeit zu sichern, unterstützen wir den Neptun Wasserpreis sowie Künstlerinnen und Künstler österreichweit und auch regional im Waldviertel.“

Engagierte WasserGEMEINDE gesucht

Der Neptun Wasserpreis 2021 stellt auch das Engagement von Österreichs Gemeinden und Städten für die Ressource Wasser wieder in den Mittelpunkt und sucht die WasserGEMEINDE 2021. Im Vorjahr konnte sich Innsbruck in Tirol den Titel sichern, mit einem eindrucksvollen Virtual-Reality-Film zum Weg des Innsbrucker Wassers vom Regentropfen, über die Stadt Innsbruck bis zur Rückkehr in die Natur – den Inn.

„Wir sind überzeugt, dass die unglaublich vielseitigen und ambitionierten Projekte der Kategorie WasserGEMEINDE es verdienen, auch überregional vorgestellt zu werden. Der Neptun Wasserpreis bietet dafür einen würdigen Rahmen“, so Christopher Giay, Geschäftsführer der Kommunalkredit Public Consulting, welche die Patenschaft der Gemeinde-Kategorie übernimmt.

Bewerben können sich sowohl die Gemeinden der teilnehmenden Bundesländer, es sind aber auch alle Bürgerinnen und Bürger oder Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Naturschutz, Tourismus usw. eingeladen, Gemeinden vorzuschlagen. Die besten Vorschläge stellen sich im Jänner 2021 einem Online-Voting und einer Jury. Die Siegergemeinde wird bei der Preisverleihung im März 2021 ausgezeichnet.

Bild- und Videowettbewerb: „Erfrischend Wienerisch“

Die beliebte Foto-, Bild- und Videokategorie WasserWIEN sucht heuer nach Beiträgen zum Thema „Erfrischend Wienerisch“ – ein Fokus auf das nicht nur in Wien unverzichtbare und hochqualitative Trinkwasser. Wie erleben die Wienerinnen und Wiener „ihr“ Wiener Wasser: als Durstlöscher oder zum Zähneputzen, mit Eiswürfeln für Coole-Getränke, frisch aus der Leitung oder dem Trinkbrunnen, als umweltschonendes „Geh-Tränk“ in der Wasserflasche, als Wasser für Haustiere oder für Pflanzen?

Aus ausgewählten Einreichungen werden via Online-Voting die Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt. Die Stadt Wien – Wiener Wasser prämiert die besten „Erfrischend Wienerischen“ Beiträge mit insgesamt 3.000 Euro.

Die beliebte Foto-, Bild- und Videokategorie WasserWIEN sucht heuer nach Beiträgen zum Thema "Erfrischend Wienerisch" - ein Fokus auf das nicht nur in Wien unverzichtbare und hochqualitative Trinkwasser.

Preisverleihung im März 2021

Die Preisverleihung zum Neptun Wasserpreis 2021, der heuer mit Preisgeldern in der Höhe von 21.000 Euro dotiert ist, findet rund um den Weltwassertag 2021 (22. März) statt. Getragen wird der Neptun Wasserpreis vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT), der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), dem Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) sowie den teilnehmenden Bundesländern. Für die einzelnen Kategorien übernehmen namhafte Sponsorinnen und Sponsoren Patenschaften: die Stadt Wien – Wiener Wasser, die Privatbrauerei Zwettl, die Kommunalkredit Public Consulting und die VERBUND Hydro Power GmbH.

Mehr Informationen unter www.neptun-wasserpreis.at oder
www.facebook.com/neptun.wasserpreis und
https://www.instagram.com/neptun_wasserpreis/


Die Trockenheit bringt Wasserversorger in manchen Gebieten an ihre Kapazitätsgrenzen.

Es braucht einen achtsamen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser und kluge Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur als Daseinsvorsorge.

„Der regenarme und viel zu warme Frühling nach dem niederschlagsarmen Winter zeigt uns deutlich: Wir brauchen Antworten auf den Klimawandel und die damit einhergehende Trockenheit. Auch wenn in Summe die gleiche Menge an Regen auf die Erde fällt, ist dieser anders verteilt als wir das in der Vergangenheit gewöhnt waren. Daher brauchen wir neue Herangehensweisen an die Situation“, erklärt DI Franz Dinhobl, Präsident der ÖVGW. Niederschlagsarme Jahre gab es zwar immer schon, aber wissenschaftliche Studien warnen: Trockenheit wird immer häufiger auftreten. Auch wenn es in letzter Zeit etwas geregnet hat, leiden große Teile Österreichs an zu geringen Niederschlagsmengen. Klar ist aber für die Trinkwasserversorgung in Österreich, dass das Wasser für Kochen, Putzen und Körperpflege im Haushalt gesichert ist, betont der ÖVGW-Präsident DI Franz Dinhobl.

© ÖVGW Die Ressource Wasser braucht in Zukunft erhöhte Aufmerksamkeit.

Niedrige Grundwasserspiegel – Problem für die Trinkwasserversorgung?

Das Grundwasser ist die wichtigste Ressource für die Trinkwasserversorger, da wir in Österreich das gesamte Trinkwasser aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) beziehen. Wenn es im Winter ausreichend Schnee gibt und dieser nach der Schneeschmelze in das Grundwasser gelangt, stehen ausreichend Ressourcen zur Verfügung. Nach dem niederschlagsarmen Winter ist das aber nicht der Fall. Dazu kommen noch sehr wenige bis keine Regenfälle im Frühling. Wenn der Regen ausbleibt, benötigt die Landwirtschaft ebenfalls mehr Wasser damit die jungen Pflanzen nicht vertrocknen. Auch die Gartenbesitzer füllen ihre Pools und bewässern ihre Gärten. Daher muss es hier eine ganz klare Vorrangregel geben – und zwar für das Trinkwasser – damit die Versorgung mit Wasser für Trinken, Kochen und Körperpflege auch in Situationen wie wir sie aktuell erleben für die Zukunft, gesichert ist. Regional kann es daher zu vorsorglichen Beschränkungen bei Poolfüllungen und oder Gartenbewässerungen kommen damit der Haushaltsbedarf auch bei längeren Trockenperioden gesichert ist.

Mit Investitionen den Herausforderungen des Klimawandels begegnen

Die Veränderungen bei der Niederschlagsverteilung und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel brauchen Anpassungen an die neue Situation und damit Investitionen in den Wassersektor, um die sichere Versorgung auch in Zukunft zu gewährleistet. Dazu zählen u. a. Errichtung von Verbundleitungen, Vernetzung, Ringschlüsse, Brunnenbau bzw.-sanierung, Aufbau von Notversorgungen, Kapazitätserweiterungen und Leitungsverstärkungen, Behälterneubau oder Erweiterungen.

Die aktuellen düsteren Wirtschaftsprognosen benötigen dringend staatliche Konjunkturpakete. Die Krise hat uns deutlich gemacht, wie wichtig eine funktionierende Infrastruktur ist. Investitionen in den Ausbau der Wasserinfrastruktur schaffen Arbeitsplätze, sichern die Versorgung mit gesundem Trinkwasser und sind Antworten auf die Veränderungen, die uns der Klimawandel mit Sicherheit bringen wird.

„Wasserschatz Österreichs“ – eine wichtige Studie zur richtigen Zeit

Österreich ist aufgrund seiner geographischen Lage und den geologischen Bedingungen in der glücklichen Situation, ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Damit auch die Qualität stimmt, werden Grundwasser, Flüsse, Seen seit Anfang der 90er Jahre nach einheitlichen, gesetzlich vorgegebenen Kriterien überwacht. Unter besonderer Beobachtung steht dabei das Grundwasser, die wichtigste Quelle für Trinkwasser in Österreich. Es bedarf im Vergleich zum Oberflächenwasser aus Flüssen oder Seen meist keiner Aufbereitung. Das Grundwasser steht im Mittelpunkt einer aktuell laufenden Studie des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT). Im Rahmen dieser Studie ermitteln ExpertInnen, wie groß der Wasserbedarf für die Trinkwasserversorgung, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft derzeit ist. Zusätzlich analysieren sie, wie viel Grundwasser langfristig ohne nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt entnommen werden kann. Mithilfe von Szenarien für das Jahr 2050 wird berechnet, wie sich das Verhältnis zwischen Wasserbedarf und verfügbaren Grundwasserressourcen entwickeln kann. Damit wird bis Ende 2020 eine wichtige Datengrundlage für Planung und Vorsorgemaßnahmen geschaffen.

Die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 260 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird fast zu 100 % aus Grund- und Quellwasser gewonnen, welches Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser auch in Zeiten des Klimawandels im Fokus. Um die Leistungen der heimischen Wasserversorgungsbetriebe auch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, findet auch dieses Jahr der von der ÖVGW ins Leben gerufene TRINK ́WASSERTAG am 19. Juni statt.


Das österreichische Trinkwasser kann ohne Bedenken auch in Zeiten des Coronavirus konsumiert werden.

(c) ÖVGW/Rita Newman

Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt und wird seit 2003 von UN-Water organisiert. Der Weltwassertag wurde ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage aufmerksam zu machen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus SARS-CoV2 stellen sich viele Menschen die Fragen, ob die Trinkwasserversorgung gesichert und das Virus über das Trinkwasser übertragbar ist. Laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist eine Übertragung des Virus über das Wasser nicht möglich. Das österreichische Leitungs- und Trinkwasser ist von bester Qualität, jederzeit verfügbar und kann weiterhin ohne Bedenken genossen werden.

Österreichische Wasserversorgungsunternehmen sind gut und krisensicher aufgestellt

Anlässlich der aktuellen Lage in Österreich erklärt der Präsident der Österreichischen Interessenvertretung für die Trinkwasserversorger (ÖVGW), DI Franz Dinhobl: „Die Trinkwasserversorgung ist Teil der kritischen Infrastruktur in Österreich. Die österreichischen Wasserversorger beliefern die Haushalte rund um die Uhr mit sicherem und gesundem Trinkwasser. Die Versorgung der Bevölkerung mit der lebenswichtigen Ressource Wasser ist maßgeblich für die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Durch die grundsätzlichen Vorkehrungsmaßnahmen und Krisenpläne der österreichischen Wasserversorger ist gewährleistet, dass auch in Situationen, wie wir sie aktuell erleben, die Versorgung der Menschen mit sicherem und gesundem Trinkwasser vollumfänglich gesichert ist. Einkaufen von Flaschenwasser aus Vorsorgegründen ist jedenfalls nicht notwendig, da das Wasser aus der Leitung ohne Bedenken konsumiert werden kann. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dafür sorgen, dass auch in diesen herausfordernden Zeiten das Land mit Trinkwasser versorgt wird.“

Weitere Information im Pressetext.


Die Trinkwasserversorgung ist weiterhin sicher!

  • Virus kann im Wasser nicht überleben und sich auch nicht vermehren
  • Leitungswasser kann ohne Bedenken konsumiert werden
  • Kein Wasservorrat notwendig

Die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 hat zu drastischen Maßnahmen durch die Bundesregierung geführt. Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 wird hauptsächlich über Tröpfchen übertragen. Das kann entweder direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder indirekt über die Hände, die dann mit der Mund- oder Nasenschleimhaut oder auch der Augenbindehaut in Kontakt kommen. Die Verbreitungswege des Coronavirus wurden weltweit bestens untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über Trinkwasser/Leitungswasser mit dem Coronavirus infiziert haben. Ein Eintrag des Coronavirus in Quell- oder Brunnenwasser kann derzeit ausgeschlossen werden, da das Virus durch die Bodenpassage inaktiviert wird. Vorhandene Desinfektionsanlagen bieten einen zusätzlichen Schutz gegen virale und bakteriologische Kontamination.

Aus Sicht der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasser ist es nicht notwendig, einen Wasservorrat anzulegen. Die Trinkwasserversorgung in Österreich ist auf Krisen- und Notsituationen wie die derzeitige bestens vorbereitet und daher weiterhin sichergestellt. Das bedeutet, unser Trinkwasser ist trotz Coronavirus sicher.


Weiterführende Links:


AGES

Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin


WHO – World Health Organization


Alle Gasgeräte im Haushalt – von der Therme bis zum Gasherd – sind zukunftsfit.

„Sie funktionieren also genauso zuverlässig mit Biomethanoder beigefügtem Wasserstoff wie mit Erdgas. Denn die Erneuerbaren Gase sind stofflich ident wie Erdgas und die Gasgeräte sind genormt. Damit sind sie „Green-gas-ready“ und fit für die erneuerbare Zukunft.

Wien, im März 2020. –„Wer heute in eine Gasheizung investiert, investiert in die Zukunft“, sagt DI Michael Haselauer, Vizepräsident der ÖVGW. „Bei unseren laufenden technischen Überprüfungen zeigt sich, dass die gängigen neuen Gasthermen einwandfrei mit Erdgas, aber auch mit erneuerbarem Biomethan oder mit Gas, dem Wasserstoff beigemengt wurde, arbeiten.“

Grund: Diese grünen Gase haben dieselben physikalischen Eigenschaften und chemischen Bestandteile wie Erdgas. Das heißt, die bereits im Wohnbereich eingesetzten Gasbrennwert-Gasgeräte eignen sich für die langfristige Nutzung.

(c) ÖVGW/Richard Tanzer: Michael Haselauer, Vizepräsident der ÖVGW

.„Die Geräte entsprechen den ÖVGW-Normen und dürfen ab sofort auch den Sticker „green-gas-ready“ tragen“, erläutert Haselauer.

Durch den Ausbau der Produktion von Biogas und auch Wasserstoff in Österreich können Haushalte zukünftig nachhaltig und klimaneutral heizen, ohne dass teure Umbauten oder Investitionen ins Heizungssystem notwendig werden.

Das Zuhause als Kraftwerk

Wer Gas im Haus hat, ist mit Blick auf die Energiewende und Sektorkopplung auch gut für die Zukunft aufgestellt: So können zum Beispiel mit Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Privathaushalten eine wichtige Ergänzung zu zentralen Kraftwerken werden. Die bei der Erzeugung von Strom gewonnene Wärme von Mikro-KWK-Anlagen kann für die Heizung oder auch die Warmwasserbereitung genutzt werden, überschüssiger Strom wird ins Stromnetz eingespeist.

Beim Kauf neuer Geräte–achten Sie auf die Marke

Vor allem niedrige Heizkosten und höchste Versorgungssicherheit machen Gas-Brennwertgeräte zur beliebten, zuverlässigen und kostengünstigen Heizung in Österreich. Mit der ÖVGW-Qualitätsmarke Gas gehen Kunden auf Nummer sicher. Während das CE-Zeichen die Einhaltung der europäischen Mindestanforderungen an die Sicherheit von Gasgeräten bescheinigt, beinhaltet die von der ÖVGW vergebene Qualitätsmarke Gas die Erfüllung wesentlich weitergehender Anforderungen. Wer sich für ein Gerät mit der ÖVGW-Qualitätsmarke Gas entscheidet, ist auf der sicheren Seite: Das neue Gasgerät erfüllt sämtliche nationale Anforderungen hinsichtlich Emissionswerten und Sicherheit. Hinzu kommt, dass die ÖVGW-Qualitätsmarke nur dann vergeben wird, wenn ein Vertrieb in Österreich niedergelassen ist und auch Ersatzteile mit kurzen Lieferzeiten anbietet.


„Es wird sich nichts an unserer globalen Ausrichtung ändern“

Die IWA ist bereit, sich mit den großen globalen Themen der Wasserwirtschaft zu befassen. Den IWA Nationalkomitees fällt die Aufgabe zu, das bereitgestellte Wissen in ihren jeweiligen Ländern verfügbar zu machen und Erkenntnisse lokal umzusetzen. Der designierte IWA-Präsident Tom Mollenkopf und der Präsident des österreichischen Nationalkomitees Walter Kling im Gespräch über die künftigen Aufgaben der Organisation.

(c) Wiener Wasser/ v.ln.r.: Redakteur Erich Papp vom Forum Gas Wasser Wärme, zukünftiger IWA-Präsident Tom Mollenkopf, Walter Kling, Präsident des österreichischen Nationalkomitees

Herr Mollenkopf, welche Aufgaben warten auf Sie als IWA-Präsident?


Mollenkopf: Wir haben mit Diane d’Arras eine ausgezeichne Präsidentin, deren Nachfolge ich im Oktober nach dem IWA World Water Congress & Exhibiton antreten werde. Für mein Mandat sehe ich große Herausforderungen, denen sich der Wassersektor weltweit aber auch lokal stellen muss und dies bereits tut. In diesem Zusammenhang möchte ich besonders die sogenannten Global Changes nennen. Der Wassersektor ist hier zentral für Anstöße und in der Antwortfindung auf diese drängenden Probleme unserer Zeit und arbeitet an zukunftsfähigen Antworten. So ist eine dieser großen Herausforderungen, Strategien zu entwickeln, um den Auswirkungen des Klimawandels nachhaltig begegnen zu können. Viele Menschen fühlen sich von dieser Thematik überfordert, aber wir im Wassersektor befassen uns konkret damit, denn Wasser und Klima sind aufs Engste miteinander verflochten. Ebenso stellen wir uns der Aufgabe, Antworten auf die Frage zu finden, wie eine funktionierende Wasserversorgung für die ständig wachsende Zahl von großen und immer größeren Städten, dem allgemeinen Trend der Urbanisierung, möglich ist – dies ist ein weiterer Aspekt des sogenannten Global Change-Fokusses. Dafür muss von den politischen Entscheidungsträgern das Thema Wasser ausreichend berücksichtigt werden, und wir, die Wasserexperten, müssen sicherstellen, dass wir einen Platz an dem Tisch haben, wo die Thematiken diskutiert werden und die Entscheidungen fallen.

Was kann das österreichische IWA-Nationalkomitee dazu beitragen, die Anliegen und Programme der IWA zu fördern?

Mollenkopf: Die Nationalkomitees nehmen eine Vermittlerrolle ein und sorgen dafür, dass die Erkenntnisse der IWA in ihren Ländern verfügbar sind. Sie sind der direkte Ansprechpartner für ihre jeweiligen Wasserexperten in IWA-Belangen. Indem die Nationalkomitees Vertreter in die Governing Assembly der IWA entsenden, haben sie direkten Einfluss auf die Entwicklung der Organisation. Ein Grund, warum ich mich immer freue nach Österreich zu kommen, ist, dass es hier ein sehr gut arbeitendes Nationalkomitee mit sehr fähigen und engagierten Mitgliedern gibt, die in den IWA Specialist Groups äußerst aktiv sind und immer wieder IWA-Kongresse in Wien organisieren. Dieses Engagement würde ich mir auch anderswo öfter wünschen.

Kling: Das Nationalkomitee hat die Aufgabe, die IWA-Familie – also die Mitglieder, die Expertinnen und Experten, aber auch Behörden aus dem Wasser- und Abwassersektor – zusammenzubringen und ein Wissensnetzwerk auf nationaler Ebene zu bilden. Der Wiener IWA World Water Congress von 2008 hat dieses Vorhaben der Netzwerkbildung für Österreich sehr begünstigt. Damals hat man am heimischen Wassersektor einen Eindruck davon bekommen, wie wichtig und leistungsfähig die IWA ist. In der Folge ist auch das Interesse an der Mitarbeit im Nationalkomitee stark gestiegen. Die gute Entwicklung unseres Young-Water-Professionals-Programms, mit dem junge Menschen an die IWA herangeführt werden, ist ein Beleg dafür. Wir in Österreich sind stolz, dass wir immer wieder als Beispiel für ein schlagkräftiges Nationalkomitee genannt werden.

Die IWA braucht also die Nationalkomitees, wofür aber braucht der österreichische Wassersektor die IWA?

Mollenkopf: Niemand weiß alle Antworten, wie viel Kompetenz auch vorhanden ist. Das gilt für meine Heimat Australien genauso wie für Österreich. Aber es gibt in beiden Ländern viel Wissen, das man mit der weltweiten Community teilen sollte. Und das ist der Grund, warum die IWA vor 20 Jahren gegründet wurde. Es entsteht eine ungemeine Dynamik, eine weitere Dimension, wenn man sich auf internationaler Ebene mit Kolleginnen und Kollegen austauscht – dadurch wird auch die eigene Leistung sichtbarer. Das gilt nicht nur für die Wissenschafter, sondern auch für die Praktiker in den Versorgungsbetrieben und für die Sparte der Zulieferindustrie. Die IWA ist ein Forum für alle Berufszweige des Wassersektors, und ist weltweit eine Möglichkeit des Austausches, des Lernens, der Präsentation und natürlich des Netzwerkens.

(c) Wiener Wasser/ Tom Mollenkopf sieht für seine Periode als IWA Präsident große globale und sektorale Aufgaben im Wassersektor.

Herr Kling, erkennt man in Österreich diese Bedeutung der IWA und den Stellenwert der internationalen Vernetzung?

Kling: Nun, es wird immer klarer, dass wir in einer Welt der Netzwerke leben, im globalen Dorf, wo alle miteinander in Verbindung stehen. Daher sind Einrichtungen nötig, die diesen Austausch ermöglichen, sei es die EU oder andere Organisationen in den unterschiedlichsten Bereichen. Man muss die richtigen Partner auswählen. Wenn es diese IWA nicht gäbe, dann würde eine andere IWA existieren, einfach, weil wir sie brauchen. Die Menschen wollen diese Form der internationalen Kooperation und den Austausch von Wissen. Die IWA hat am Wassersektor eine einzigarte Position. Ein IWA World Water Congress ist ein Schaukasten, der zeigt, was am weltweiten Wassersektor passiert.

Herr Mollenkopf, Sie haben den Klimawandel und die zunehmende Urbanisierung als globale Herausforderungen erwähnt. Wie kann die IWA einen Beitrag leisten, damit Lösungen gefunden werden?

Mollenkopf: Zunächst ist es wichtig, Wissen zu diesen Themenbereichen zu schaffen. Das geschieht über unsere Konferenzen und die Arbeit von Specialist Groups und deren Task Groups. So steht etwa der World Water Congress 2020 unter dem Motto: Water for smart liveable cities. Aber zunehmend werden wir auch eingeladen, uns an internationalen Foren zu beteiligen, die sich mit Weiterentwicklungen am Wassersektor befassen, z.B. an Projekten der Weltbank oder der Asian Development Bank. Die nehmen unsere Expertise gern in Anspruch, und das ist auch nicht verwunderlich, denn die IWA ist die einzige weltweite Organisation, die sich mit allen Stufen der Wasser- und Abwasserwirtschaft befasst und global agiert. Die IWA war schon sehr aktiv bei den Millenium Development Goals und ebenso bei der Entwicklung der Nachhaltigen Entwicklungsziele, den Sustainable Development Goals. Ich habe mich gefreut zu hören, dass vor einigen Monaten das SDG6 auch Hauptthema beim Club-IWA hier in Wien war. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass unsere Mitglieder die Erwartung haben, dass sich die IWA nicht nur mit technischen Fragen befasst, sondern auch mit den großen globalen Angelegenheiten.

Kling: Mit dem regelmäßig veranstalteten Club-IWA will das österreichischen Nationalkomitee dafür sorgen, dass die Expertinen und Expterten in der Diskussion wahr- und ernstgenommen werden. Das ermöglicht der Politik, faktengestützte Entscheidungen zu treffen. Und wir müssen bei unserer Arbeit gewissenhaft vorgehen, denn dadurch verringert sich die Gefahr, dass warnende Stimmen als Fake-News abgetan werden können.

Im aktuellen Strategic-Plan kündigt die IWA an, eine „kundenorientierte Mitgliedschaftskultur“ aufbauen zu wollen. Was ist darunter zu verstehen?

Mollenkopf: Wir wollen unseren Mitgliedern verstärkt die Möglichkeit bieten, sich innerhalb der IWA zu engagieren und an der Weiterentwicklung der IWA mitzuwirken. Dazu werden wir zu allererst an unseren Back-Office-Systemen arbeiten, um die Kommunikation zwischen den Mitgliedern und dem IWA Sekretariat einfacher zu machen. Dann gilt es weiterhin zu gewährleisten, dass die IWA Konferenzen – unser Hauptprodukt – wie gewohnt den höchsten Standards genügen, sowohl inhaltlich, fachlich, als auch in der Ausführung. Die Menschen investieren viel Zeit und Geld, um zu unseren Veranstaltungen zu kommen. Wir haben eine Reputation für High-Quality-Events – und das muss auch so bleiben.

Die IWA hat ihr Global Office von Den Haag, dem Sitz vieler internationaler Organisationen, nach London verlegt, und Großbritannien ist nicht mehr Mitglied der EU. Gibt es eine Änderung im Verhältnis IWA-EU?

Mollenkopf: Nein, bei der Übersiedlung des Global Operational Office nach London ging es hauptsächlich darum, in Großbritannien, wo der IWA-Hauptsitz ist, unseren Status als gemeinnützige Organisation nach britischem Recht zu sichern. An unserer globalen Ausrichtung wird sich dadurch nichts ändern und wir werden wie gewohnt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch weiterhin aus aller Welt rekrutieren. Ich denke, es ist nicht so wichtig, wo sie sitzen, sondern welche Aufgaben sie durchführen und welche Fähigkeiten sie haben.

Viele Länder in Europa – darunter auch Österreich – haben sehr hohe Standards in der Trinkwasserversorgung. In anderen Teilen der Welt ist das nicht so. Sollen wir unsere Standards noch weiter erhöhen oder jetzt einmal abwarten, bis diese Länder aufholen?
Mollenkopf: Ich denke, es bedarf oft unterschiedlicher Standards, nicht unbedingt im Sinn von höher oder niedriger, sondern angepasst an die besonderen Umstände bzw. die eingesetzten Technologien.

Ist die Anwendung von Benchmarking bzw. Performance-Indikatoren auf globalem Level sinnvoll oder besteht die Gefahr, dass aufgrund von unpassenden Indikatoren falsche Entscheidungen getroffen werden?

Mollenkopf: Benchmarking ist grundsätzlich nützlich, sein Nutzen hängt aber davon ab, wie man es anwendet. Man sollte es nicht bei dem reinen Vergleich belassen, sondern auch fragen, warum es Unterschiede gibt und wie Verbesserungen herbeigeführt werden können. Ich glaube schon, dass Benchmarking global zur Anwendung kommen kann. Wichtig ist aber, dass wir nicht zu datenfixiert sind und auf jene mit den Fingern zeigen wollen, die schlechter abschneiden. Man muss weitergehende Fragen stellen.

(c) Wiener Wasser/ Walter Kling, Präsident des österreichischen IWA-Nationalkomitees sieht in den Nationalekomitees wichtige Wissensnetzwerke auf nationaler Ebene.

Kling: Benchmarking muss sorgfältig angewendet werden, mit klaren Vorstellungen davon, was ich betrachten will. Man sollte nicht nur fragen, ob Benchmarking als Tool geeignet ist, sondern auch, ob derjenige, der Benchmarking oder die Performance Indikatoren anwendet, in der Lage ist, vernünftigen Gebrauch davon zu machen.

Zur Person

Tom Mollenkopf befasst sich mit den Bereichen Geschäftsstrategie, Regulierung, Politikberatung, Internationale Wasserangelegenheiten und Recht sowie Unternehmensführung. Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Aither führt er Beratungen in den Bereichen Wasser, Infrastruktur und Ressourcenschutz durch. Seine Erfahrung in Wasserangelegenheiten sammelte er als Direktor der Unternehmen Western Water, Water Aid Australia und Water Solutions Australia. Er begann seine Berufslaufbahn als Rechtsanwalt und wechselte zu Australian Airlines, wo er als Leiter der Rechtsabteilung fungierte. Später war er Direktor von Royal Automobile Club of Victoria (RACV, ähnlich unserem ÖAMTC). Zwischen 2007 und 2013 war Tom Mollenkopf Geschäftsführer der Australian Water Association und wirkte als stellvertretender Executive Direktor der IWA. Seit September 2015 übt er das Amt des IWA-Vizepräsidenten aus und ist Mitglied im Board of Directors. Ab Oktober 2020 wird er Diane d’Arras als Präsident nachfolgen.

Walter Kling ist stellvertretender Betriebsleiter bei Wiener Wasser, dem größten heimischen Wasserversorger. Er beteiligt sich seit vielen Jahren an der Arbeit der IWA und übte wichtige Funktionen aus, darunter in zwei Funktionsperioden das Amt des Vizepräsidenten. Durch seine guten Kontakte gelang es ihm, 2008 den World Water Congress der IWA nach Wien zu holen. In der laufenden Funktionsperiode leitet Walter Kling als Präsident die Arbeit des österreichischen IWA-Nationalkomitees.

IWA Nationalkomitee

Das österreichische Nationalkomitee des internationalen Wasserverbands vertritt die österreichischen Interessen bei der IWA mit Sitz in London und fördert den Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene. Man ist in die wissenschaftlich-technischen Aktivitäten in den „Specialized Groups“ einbezogen, im IWA-Vorstand vertreten und spielt eine wesentliche Rolle bei der Durchführung internationaler Veranstaltungen in Österreich. Die IWA organisiert und koordiniert die weltweite Zusammenarbeit von Wasserexperten. Von diesen Erfahrungen profitieren alle in der Siedlungswasserwirtschaft. Die Trägerorganisationen des österreichischen IWA-Nationalkomitees sind ÖVGW und ÖWAV.

Das gesamte Interview lesen Sie im kommenden Fachforum Gas Wasser Wärme im April!


Hat der Klimawandel Einfluss auf Österreichs Trinkwasserversorgung? Was bringt die neue EU-Trinkwasserrichtlinie?

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) begrüßte rund 230 Expertinnen und Experten zum Symposium Wasserversorgung am 29. und 30. Jänner 2020, um aktuelle Themen der Wasserwirtschaft zu diskutieren.

Trinkwasserversorger, VertreterInnen der öffentlichen Hand und Forschung im Erfahrungsaustausch
Fotocredit © ÖVGW/Scheiblecker

Die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorger setzen auf einen konstruktiven Dialog beim Grundwasserschutz
v.l.n.r.: DI Günter Liebel (Sektionsleiter Umwelt und Wasserwirtschaft, Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus), DI Franz Dinhobl (Präsident ÖVGW), DI Johannes Fankhauser (Sektionsleiter Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung), Dipl.-HTL.-Ing. Manfred Eisenhut (Bereichsleiter Wasser, ÖVGW)
Fotocredit © ÖVGW/Scheiblecker

l.: DI Sybille Glöckner, Tiroler Landesregierung, r.: DI Christine Lippitsch, BM für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Fotocredit © ÖVGW/Scheiblecker

Studie zu Auswirkungen erhöhter Grundwassertemperaturen

Die Folgen des Klimawandels stellen die Wasserversorger vor große Herausforderungen. Es ist zu erwarten, dass auch die Temperatur des Grundwassers ansteigen könnte und sich somit die mikrobielle Zusammensetzung verändert. Für die Trinkwasserversorger ist in diesem Zusammenhang relevant, ob sich dadurch auch die Temperatur im Verteilnetz auf dem Weg zum Endverbraucher ändert. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass es Veränderungen der Temperaturen im Verteilnetz gibt.

Studie „Wasserschatz Österreichs“

Österreichs an sich reiche Wasservorkommen sind unterschiedlich verteilt. In den letzten Jahren führten Hitzeperioden regional und saisonal vereinzelt zu abnehmenden Grundwasserständen. Die ÖVGW begrüßt daher, dass das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus die Studie „Wasserschatz Österreichs“ durchführen lässt. Diese stellt die tatsächlichen Wasserentnahmen den bewilligten Wasserrechten für Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Trinkwasser gegenüber und berechnet gleichzeitig wie viel Wasser eines bestimmten Grundwasserkörpers nutzbar ist.

Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie

Die Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie hat zum Ziel, die 20 Jahre alte Richtlinie an den aktuellen Stand der Entwicklungen anzupassen. Durch die Initiative der ÖVGW konnten 2019 schließlich wichtige Nachbesserungen erzielt werden. Die Hauptforderungen der ÖVGW – die Beibehaltung des bisherigen Untersuchungsumfanges und die Unterteilung in Parameter und Indikatorparameter – können bereits als erfüllt angesehen werden.

EuGH-Urteil zum Schutz des Grundwassers gegen Nitrateintrag

Diskutiert wird darüber, welche Auswirkungen das EuGH-Urteil auf den Schutz des Grundwassers gegen Nitrateintrag hat. „Die Trinkwasserversorgung ist von sauberen Grundwasserressourcen abhängig. Obwohl das Grundwasser in Österreich von sehr guter Qualität ist, gibt es in manchen Gebieten Grundwasserverunreinigungen aufgrund von Nitratbelastungen und Pflanzenschutzmitteln. Um in den betroffenen Gebieten das Grundwasser besser zu schützen, müssen die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorger den bestehenden konstruktiven Dialog vertiefen und Maßnahmen setzen, um die Qualität in den betroffenen Gebieten zu verbessern“, so Franz Dinhobl, Präsident der ÖVGW.

Pressetext


Wie jedes Jahr findet Ende Jänner die zweitägige Veranstaltung ÖVGW-Symposium Wasserversorgung statt.

Am 29. und 30. Jänner diskutiert die Trinkwasserbranche aktuelle technische, rechtliche, wirtschaftliche und ökologische Fragen der Trinkwasserversorgung.


Auf dem Programm stehen folgende spannende Themen:

  • EuGH-Urteil zum Schutz des Grundwassers gegen Nitrateintrag und die rechtlichen und praktischen Folgen für den zukünftigen Schutz der Wasserressourcen
  • Aktueller Stand der EU-Trinkwasserrichtline nach den EU-Trilogverhandlungen
  • Studienergebnisse zu den klimatischen Auswirkungen auf die Temperatur des Trinkwassers in den Leitungsnetzen

Das gesamte Programm und alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier


Neuerungen 2020

Mit Februar 2020 werden einzelne ÖVGWRichtlinien für Kunden-Erdgasanlagen (G K-Serie) wieder aktualisiert. Seit der Strukturumstellung im Jahr 2016 von G 1 & Co auf die G K-Serie wurden umfangreiche technische Anpassungen aufgrund von Normen- und Gesetzesänderungen bzw. praktischen Erfordernissen notwendig.

Folgende technischen Änderungen bringen die neuen ÖVGW-Richtlinien mit sich:

G K63 „Prüfverfahren für Leitungsanlagen“

Die Prüfdauer für die Dichtheitsprüfung im Zuge der Fertigstellungsprüfung (Errichtung und Änderung) ist nun volumenabhängig zu bestimmen.

Für die wiederkehrende Prüfung der Leitungsdichtheit wurde der Begriff „Gebrauchsfähigkeitsprüfung“ eingeführt, um eine eindeutige Unterscheidung zur Fertigstellungsprüfung zu schaffen. Die Gebrauchsfähigkeit einer Leitung ist nun bei Betriebsdruck zu beurteilen (statt bisher 1,3-facher Betriebsdruck).

Zur besseren Übersicht wurden die unterschiedlichen Verfahren in der Richtlinie zusätzlich neu gegliedert.

G K71 „In- und Außerbetriebnahme sowie Instandhaltung von Gasanlagen“

Bei der wiederkehrenden Überprüfung der gesamten Gasanlage wurden die umgangssprachlichen Begriffe Vorzähler-/ Nachzählerleitung aufgenommen.

Ein Teil der wiederkehrenden Überprüfung ist die Beurteilung der Leitungsdichtheit. Die diesbezüglichen Verweise führen nun alle eindeutig zur „neuen“ Gebrauchsfähigkeitsprüfung lt. G K63.

Des Weiteren wurden unter anderem Anpassungen bei der Inbetriebnahme, Wiederinbetriebnahme und Wartung von Gasgeräten sowie redaktionelle Änderungen zur besseren Lesbar- und Verständlichkeit vorgenommen.

G K72 „Betrieb von Gasanlagen“

Für die Gasdruckregelung wurden neue Inspektionsintervalle festgelegt.

Sofern es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, sind Kunden-Erdgasanlagen längstens alle 15 Jahre (bisher 12 Jahre) wiederkehrend zu prüfen. Für Industrieanlagen über 0,5 bar sowie Haushalts- und Gewerbeanlagen über 5 bar wurden zusätzliche Regelungen aufgenommen.

Weiterführende Informationen / Schulungen

Aufgrund der Änderungen in der G K63, G K71 und G K72 wurden auch die ÖVGWRichtlinien G K12 „Personalanforderung und Dokumentation“ und G K22 „Instandsetzung von Leitungsanlagen“ entsprechend adaptiert. Die aktuelle Gliederung der G K-Regeln finden Sie hier.

Der vorhandene zweitägige Spezialkurs Kunden-Erdgasanlagen wurde entsprechend aktualisiert. Zusätzlich wird es eine kurze Update-Schulung für GK-Kenner mit den aktuellen Neuerungen geben. Nähere Informationen zu den ÖVGW-Richtlinien für Kunden-Erdgasanlagen sowie zu den Kursterminen finden Sie auf www.ovgw.at im Bereich Regelwerk Gas oder Bildungsangebot Gas.

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und mehr als 260 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.