Aktuell

Es gibt ständig Neuigkeiten im Bereich der Gas- und Wasserversorgung: Richtlinien und Regeln werden angepasst, Schulungen und Veranstaltungen angeboten, Preise vergeben, Berichte und Studien über die Wasserqualität veröffentlicht, Initiativen gestartet – und sehr viel mehr. Hier finden Sie die wichtigsten News zum Thema. Schauen Sie regelmäßig vorbei, um auf dem Laufenden zu bleiben!


Das österreichische Trinkwasser kann ohne Bedenken auch in Zeiten des Coronavirus konsumiert werden.

(c) ÖVGW/Rita Newman

Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt und wird seit 2003 von UN-Water organisiert. Der Weltwassertag wurde ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage aufmerksam zu machen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus SARS-CoV2 stellen sich viele Menschen die Fragen, ob die Trinkwasserversorgung gesichert und das Virus über das Trinkwasser übertragbar ist. Laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist eine Übertragung des Virus über das Wasser nicht möglich. Das österreichische Leitungs- und Trinkwasser ist von bester Qualität, jederzeit verfügbar und kann weiterhin ohne Bedenken genossen werden.

Österreichische Wasserversorgungsunternehmen sind gut und krisensicher aufgestellt

Anlässlich der aktuellen Lage in Österreich erklärt der Präsident der Österreichischen Interessenvertretung für die Trinkwasserversorger (ÖVGW), DI Franz Dinhobl: „Die Trinkwasserversorgung ist Teil der kritischen Infrastruktur in Österreich. Die österreichischen Wasserversorger beliefern die Haushalte rund um die Uhr mit sicherem und gesundem Trinkwasser. Die Versorgung der Bevölkerung mit der lebenswichtigen Ressource Wasser ist maßgeblich für die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Durch die grundsätzlichen Vorkehrungsmaßnahmen und Krisenpläne der österreichischen Wasserversorger ist gewährleistet, dass auch in Situationen, wie wir sie aktuell erleben, die Versorgung der Menschen mit sicherem und gesundem Trinkwasser vollumfänglich gesichert ist. Einkaufen von Flaschenwasser aus Vorsorgegründen ist jedenfalls nicht notwendig, da das Wasser aus der Leitung ohne Bedenken konsumiert werden kann. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dafür sorgen, dass auch in diesen herausfordernden Zeiten das Land mit Trinkwasser versorgt wird.“

Weitere Information im Pressetext.


Die Trinkwasserversorgung ist weiterhin sicher!

  • Virus kann im Wasser nicht überleben und sich auch nicht vermehren
  • Leitungswasser kann ohne Bedenken konsumiert werden
  • Kein Wasservorrat notwendig

Die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 hat zu drastischen Maßnahmen durch die Bundesregierung geführt. Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 wird hauptsächlich über Tröpfchen übertragen. Das kann entweder direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder indirekt über die Hände, die dann mit der Mund- oder Nasenschleimhaut oder auch der Augenbindehaut in Kontakt kommen. Die Verbreitungswege des Coronavirus wurden weltweit bestens untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über Trinkwasser/Leitungswasser mit dem Coronavirus infiziert haben. Ein Eintrag des Coronavirus in Quell- oder Brunnenwasser kann derzeit ausgeschlossen werden, da das Virus durch die Bodenpassage inaktiviert wird. Vorhandene Desinfektionsanlagen bieten einen zusätzlichen Schutz gegen virale und bakteriologische Kontamination.

Aus Sicht der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasser ist es nicht notwendig, einen Wasservorrat anzulegen. Die Trinkwasserversorgung in Österreich ist auf Krisen- und Notsituationen wie die derzeitige bestens vorbereitet und daher weiterhin sichergestellt. Das bedeutet, unser Trinkwasser ist trotz Coronavirus sicher.


Weiterführende Links:


AGES

Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin


WHO – World Health Organization


Alle Gasgeräte im Haushalt – von der Therme bis zum Gasherd – sind zukunftsfit.

„Sie funktionieren also genauso zuverlässig mit Biomethanoder beigefügtem Wasserstoff wie mit Erdgas. Denn die Erneuerbaren Gase sind stofflich ident wie Erdgas und die Gasgeräte sind genormt. Damit sind sie „Green-gas-ready“ und fit für die erneuerbare Zukunft.

Wien, im März 2020. –„Wer heute in eine Gasheizung investiert, investiert in die Zukunft“, sagt DI Michael Haselauer, Vizepräsident der ÖVGW. „Bei unseren laufenden technischen Überprüfungen zeigt sich, dass die gängigen neuen Gasthermen einwandfrei mit Erdgas, aber auch mit erneuerbarem Biomethan oder mit Gas, dem Wasserstoff beigemengt wurde, arbeiten.“

Grund: Diese grünen Gase haben dieselben physikalischen Eigenschaften und chemischen Bestandteile wie Erdgas. Das heißt, die bereits im Wohnbereich eingesetzten Gasbrennwert-Gasgeräte eignen sich für die langfristige Nutzung.

(c) ÖVGW/Richard Tanzer: Michael Haselauer, Vizepräsident der ÖVGW

.„Die Geräte entsprechen den ÖVGW-Normen und dürfen ab sofort auch den Sticker „green-gas-ready“ tragen“, erläutert Haselauer.

Durch den Ausbau der Produktion von Biogas und auch Wasserstoff in Österreich können Haushalte zukünftig nachhaltig und klimaneutral heizen, ohne dass teure Umbauten oder Investitionen ins Heizungssystem notwendig werden.

Das Zuhause als Kraftwerk

Wer Gas im Haus hat, ist mit Blick auf die Energiewende und Sektorkopplung auch gut für die Zukunft aufgestellt: So können zum Beispiel mit Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Privathaushalten eine wichtige Ergänzung zu zentralen Kraftwerken werden. Die bei der Erzeugung von Strom gewonnene Wärme von Mikro-KWK-Anlagen kann für die Heizung oder auch die Warmwasserbereitung genutzt werden, überschüssiger Strom wird ins Stromnetz eingespeist.

Beim Kauf neuer Geräte–achten Sie auf die Marke

Vor allem niedrige Heizkosten und höchste Versorgungssicherheit machen Gas-Brennwertgeräte zur beliebten, zuverlässigen und kostengünstigen Heizung in Österreich. Mit der ÖVGW-Qualitätsmarke Gas gehen Kunden auf Nummer sicher. Während das CE-Zeichen die Einhaltung der europäischen Mindestanforderungen an die Sicherheit von Gasgeräten bescheinigt, beinhaltet die von der ÖVGW vergebene Qualitätsmarke Gas die Erfüllung wesentlich weitergehender Anforderungen. Wer sich für ein Gerät mit der ÖVGW-Qualitätsmarke Gas entscheidet, ist auf der sicheren Seite: Das neue Gasgerät erfüllt sämtliche nationale Anforderungen hinsichtlich Emissionswerten und Sicherheit. Hinzu kommt, dass die ÖVGW-Qualitätsmarke nur dann vergeben wird, wenn ein Vertrieb in Österreich niedergelassen ist und auch Ersatzteile mit kurzen Lieferzeiten anbietet.


„Es wird sich nichts an unserer globalen Ausrichtung ändern“

Die IWA ist bereit, sich mit den großen globalen Themen der Wasserwirtschaft zu befassen. Den IWA Nationalkomitees fällt die Aufgabe zu, das bereitgestellte Wissen in ihren jeweiligen Ländern verfügbar zu machen und Erkenntnisse lokal umzusetzen. Der designierte IWA-Präsident Tom Mollenkopf und der Präsident des österreichischen Nationalkomitees Walter Kling im Gespräch über die künftigen Aufgaben der Organisation.

(c) Wiener Wasser/ v.ln.r.: Redakteur Erich Papp vom Forum Gas Wasser Wärme, zukünftiger IWA-Präsident Tom Mollenkopf, Walter Kling, Präsident des österreichischen Nationalkomitees

Herr Mollenkopf, welche Aufgaben warten auf Sie als IWA-Präsident?


Mollenkopf: Wir haben mit Diane d’Arras eine ausgezeichne Präsidentin, deren Nachfolge ich im Oktober nach dem IWA World Water Congress & Exhibiton antreten werde. Für mein Mandat sehe ich große Herausforderungen, denen sich der Wassersektor weltweit aber auch lokal stellen muss und dies bereits tut. In diesem Zusammenhang möchte ich besonders die sogenannten Global Changes nennen. Der Wassersektor ist hier zentral für Anstöße und in der Antwortfindung auf diese drängenden Probleme unserer Zeit und arbeitet an zukunftsfähigen Antworten. So ist eine dieser großen Herausforderungen, Strategien zu entwickeln, um den Auswirkungen des Klimawandels nachhaltig begegnen zu können. Viele Menschen fühlen sich von dieser Thematik überfordert, aber wir im Wassersektor befassen uns konkret damit, denn Wasser und Klima sind aufs Engste miteinander verflochten. Ebenso stellen wir uns der Aufgabe, Antworten auf die Frage zu finden, wie eine funktionierende Wasserversorgung für die ständig wachsende Zahl von großen und immer größeren Städten, dem allgemeinen Trend der Urbanisierung, möglich ist – dies ist ein weiterer Aspekt des sogenannten Global Change-Fokusses. Dafür muss von den politischen Entscheidungsträgern das Thema Wasser ausreichend berücksichtigt werden, und wir, die Wasserexperten, müssen sicherstellen, dass wir einen Platz an dem Tisch haben, wo die Thematiken diskutiert werden und die Entscheidungen fallen.

Was kann das österreichische IWA-Nationalkomitee dazu beitragen, die Anliegen und Programme der IWA zu fördern?

Mollenkopf: Die Nationalkomitees nehmen eine Vermittlerrolle ein und sorgen dafür, dass die Erkenntnisse der IWA in ihren Ländern verfügbar sind. Sie sind der direkte Ansprechpartner für ihre jeweiligen Wasserexperten in IWA-Belangen. Indem die Nationalkomitees Vertreter in die Governing Assembly der IWA entsenden, haben sie direkten Einfluss auf die Entwicklung der Organisation. Ein Grund, warum ich mich immer freue nach Österreich zu kommen, ist, dass es hier ein sehr gut arbeitendes Nationalkomitee mit sehr fähigen und engagierten Mitgliedern gibt, die in den IWA Specialist Groups äußerst aktiv sind und immer wieder IWA-Kongresse in Wien organisieren. Dieses Engagement würde ich mir auch anderswo öfter wünschen.

Kling: Das Nationalkomitee hat die Aufgabe, die IWA-Familie – also die Mitglieder, die Expertinnen und Experten, aber auch Behörden aus dem Wasser- und Abwassersektor – zusammenzubringen und ein Wissensnetzwerk auf nationaler Ebene zu bilden. Der Wiener IWA World Water Congress von 2008 hat dieses Vorhaben der Netzwerkbildung für Österreich sehr begünstigt. Damals hat man am heimischen Wassersektor einen Eindruck davon bekommen, wie wichtig und leistungsfähig die IWA ist. In der Folge ist auch das Interesse an der Mitarbeit im Nationalkomitee stark gestiegen. Die gute Entwicklung unseres Young-Water-Professionals-Programms, mit dem junge Menschen an die IWA herangeführt werden, ist ein Beleg dafür. Wir in Österreich sind stolz, dass wir immer wieder als Beispiel für ein schlagkräftiges Nationalkomitee genannt werden.

Die IWA braucht also die Nationalkomitees, wofür aber braucht der österreichische Wassersektor die IWA?

Mollenkopf: Niemand weiß alle Antworten, wie viel Kompetenz auch vorhanden ist. Das gilt für meine Heimat Australien genauso wie für Österreich. Aber es gibt in beiden Ländern viel Wissen, das man mit der weltweiten Community teilen sollte. Und das ist der Grund, warum die IWA vor 20 Jahren gegründet wurde. Es entsteht eine ungemeine Dynamik, eine weitere Dimension, wenn man sich auf internationaler Ebene mit Kolleginnen und Kollegen austauscht – dadurch wird auch die eigene Leistung sichtbarer. Das gilt nicht nur für die Wissenschafter, sondern auch für die Praktiker in den Versorgungsbetrieben und für die Sparte der Zulieferindustrie. Die IWA ist ein Forum für alle Berufszweige des Wassersektors, und ist weltweit eine Möglichkeit des Austausches, des Lernens, der Präsentation und natürlich des Netzwerkens.

(c) Wiener Wasser/ Tom Mollenkopf sieht für seine Periode als IWA Präsident große globale und sektorale Aufgaben im Wassersektor.

Herr Kling, erkennt man in Österreich diese Bedeutung der IWA und den Stellenwert der internationalen Vernetzung?

Kling: Nun, es wird immer klarer, dass wir in einer Welt der Netzwerke leben, im globalen Dorf, wo alle miteinander in Verbindung stehen. Daher sind Einrichtungen nötig, die diesen Austausch ermöglichen, sei es die EU oder andere Organisationen in den unterschiedlichsten Bereichen. Man muss die richtigen Partner auswählen. Wenn es diese IWA nicht gäbe, dann würde eine andere IWA existieren, einfach, weil wir sie brauchen. Die Menschen wollen diese Form der internationalen Kooperation und den Austausch von Wissen. Die IWA hat am Wassersektor eine einzigarte Position. Ein IWA World Water Congress ist ein Schaukasten, der zeigt, was am weltweiten Wassersektor passiert.

Herr Mollenkopf, Sie haben den Klimawandel und die zunehmende Urbanisierung als globale Herausforderungen erwähnt. Wie kann die IWA einen Beitrag leisten, damit Lösungen gefunden werden?

Mollenkopf: Zunächst ist es wichtig, Wissen zu diesen Themenbereichen zu schaffen. Das geschieht über unsere Konferenzen und die Arbeit von Specialist Groups und deren Task Groups. So steht etwa der World Water Congress 2020 unter dem Motto: Water for smart liveable cities. Aber zunehmend werden wir auch eingeladen, uns an internationalen Foren zu beteiligen, die sich mit Weiterentwicklungen am Wassersektor befassen, z.B. an Projekten der Weltbank oder der Asian Development Bank. Die nehmen unsere Expertise gern in Anspruch, und das ist auch nicht verwunderlich, denn die IWA ist die einzige weltweite Organisation, die sich mit allen Stufen der Wasser- und Abwasserwirtschaft befasst und global agiert. Die IWA war schon sehr aktiv bei den Millenium Development Goals und ebenso bei der Entwicklung der Nachhaltigen Entwicklungsziele, den Sustainable Development Goals. Ich habe mich gefreut zu hören, dass vor einigen Monaten das SDG6 auch Hauptthema beim Club-IWA hier in Wien war. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass unsere Mitglieder die Erwartung haben, dass sich die IWA nicht nur mit technischen Fragen befasst, sondern auch mit den großen globalen Angelegenheiten.

Kling: Mit dem regelmäßig veranstalteten Club-IWA will das österreichischen Nationalkomitee dafür sorgen, dass die Expertinen und Expterten in der Diskussion wahr- und ernstgenommen werden. Das ermöglicht der Politik, faktengestützte Entscheidungen zu treffen. Und wir müssen bei unserer Arbeit gewissenhaft vorgehen, denn dadurch verringert sich die Gefahr, dass warnende Stimmen als Fake-News abgetan werden können.

Im aktuellen Strategic-Plan kündigt die IWA an, eine „kundenorientierte Mitgliedschaftskultur“ aufbauen zu wollen. Was ist darunter zu verstehen?

Mollenkopf: Wir wollen unseren Mitgliedern verstärkt die Möglichkeit bieten, sich innerhalb der IWA zu engagieren und an der Weiterentwicklung der IWA mitzuwirken. Dazu werden wir zu allererst an unseren Back-Office-Systemen arbeiten, um die Kommunikation zwischen den Mitgliedern und dem IWA Sekretariat einfacher zu machen. Dann gilt es weiterhin zu gewährleisten, dass die IWA Konferenzen – unser Hauptprodukt – wie gewohnt den höchsten Standards genügen, sowohl inhaltlich, fachlich, als auch in der Ausführung. Die Menschen investieren viel Zeit und Geld, um zu unseren Veranstaltungen zu kommen. Wir haben eine Reputation für High-Quality-Events – und das muss auch so bleiben.

Die IWA hat ihr Global Office von Den Haag, dem Sitz vieler internationaler Organisationen, nach London verlegt, und Großbritannien ist nicht mehr Mitglied der EU. Gibt es eine Änderung im Verhältnis IWA-EU?

Mollenkopf: Nein, bei der Übersiedlung des Global Operational Office nach London ging es hauptsächlich darum, in Großbritannien, wo der IWA-Hauptsitz ist, unseren Status als gemeinnützige Organisation nach britischem Recht zu sichern. An unserer globalen Ausrichtung wird sich dadurch nichts ändern und wir werden wie gewohnt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch weiterhin aus aller Welt rekrutieren. Ich denke, es ist nicht so wichtig, wo sie sitzen, sondern welche Aufgaben sie durchführen und welche Fähigkeiten sie haben.

Viele Länder in Europa – darunter auch Österreich – haben sehr hohe Standards in der Trinkwasserversorgung. In anderen Teilen der Welt ist das nicht so. Sollen wir unsere Standards noch weiter erhöhen oder jetzt einmal abwarten, bis diese Länder aufholen?
Mollenkopf: Ich denke, es bedarf oft unterschiedlicher Standards, nicht unbedingt im Sinn von höher oder niedriger, sondern angepasst an die besonderen Umstände bzw. die eingesetzten Technologien.

Ist die Anwendung von Benchmarking bzw. Performance-Indikatoren auf globalem Level sinnvoll oder besteht die Gefahr, dass aufgrund von unpassenden Indikatoren falsche Entscheidungen getroffen werden?

Mollenkopf: Benchmarking ist grundsätzlich nützlich, sein Nutzen hängt aber davon ab, wie man es anwendet. Man sollte es nicht bei dem reinen Vergleich belassen, sondern auch fragen, warum es Unterschiede gibt und wie Verbesserungen herbeigeführt werden können. Ich glaube schon, dass Benchmarking global zur Anwendung kommen kann. Wichtig ist aber, dass wir nicht zu datenfixiert sind und auf jene mit den Fingern zeigen wollen, die schlechter abschneiden. Man muss weitergehende Fragen stellen.

(c) Wiener Wasser/ Walter Kling, Präsident des österreichischen IWA-Nationalkomitees sieht in den Nationalekomitees wichtige Wissensnetzwerke auf nationaler Ebene.

Kling: Benchmarking muss sorgfältig angewendet werden, mit klaren Vorstellungen davon, was ich betrachten will. Man sollte nicht nur fragen, ob Benchmarking als Tool geeignet ist, sondern auch, ob derjenige, der Benchmarking oder die Performance Indikatoren anwendet, in der Lage ist, vernünftigen Gebrauch davon zu machen.

Zur Person

Tom Mollenkopf befasst sich mit den Bereichen Geschäftsstrategie, Regulierung, Politikberatung, Internationale Wasserangelegenheiten und Recht sowie Unternehmensführung. Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Aither führt er Beratungen in den Bereichen Wasser, Infrastruktur und Ressourcenschutz durch. Seine Erfahrung in Wasserangelegenheiten sammelte er als Direktor der Unternehmen Western Water, Water Aid Australia und Water Solutions Australia. Er begann seine Berufslaufbahn als Rechtsanwalt und wechselte zu Australian Airlines, wo er als Leiter der Rechtsabteilung fungierte. Später war er Direktor von Royal Automobile Club of Victoria (RACV, ähnlich unserem ÖAMTC). Zwischen 2007 und 2013 war Tom Mollenkopf Geschäftsführer der Australian Water Association und wirkte als stellvertretender Executive Direktor der IWA. Seit September 2015 übt er das Amt des IWA-Vizepräsidenten aus und ist Mitglied im Board of Directors. Ab Oktober 2020 wird er Diane d’Arras als Präsident nachfolgen.

Walter Kling ist stellvertretender Betriebsleiter bei Wiener Wasser, dem größten heimischen Wasserversorger. Er beteiligt sich seit vielen Jahren an der Arbeit der IWA und übte wichtige Funktionen aus, darunter in zwei Funktionsperioden das Amt des Vizepräsidenten. Durch seine guten Kontakte gelang es ihm, 2008 den World Water Congress der IWA nach Wien zu holen. In der laufenden Funktionsperiode leitet Walter Kling als Präsident die Arbeit des österreichischen IWA-Nationalkomitees.

IWA Nationalkomitee

Das österreichische Nationalkomitee des internationalen Wasserverbands vertritt die österreichischen Interessen bei der IWA mit Sitz in London und fördert den Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene. Man ist in die wissenschaftlich-technischen Aktivitäten in den „Specialized Groups“ einbezogen, im IWA-Vorstand vertreten und spielt eine wesentliche Rolle bei der Durchführung internationaler Veranstaltungen in Österreich. Die IWA organisiert und koordiniert die weltweite Zusammenarbeit von Wasserexperten. Von diesen Erfahrungen profitieren alle in der Siedlungswasserwirtschaft. Die Trägerorganisationen des österreichischen IWA-Nationalkomitees sind ÖVGW und ÖWAV.

Das gesamte Interview lesen Sie im kommenden Fachforum Gas Wasser Wärme im April!


Hat der Klimawandel Einfluss auf Österreichs Trinkwasserversorgung? Was bringt die neue EU-Trinkwasserrichtlinie?

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) begrüßte rund 230 Expertinnen und Experten zum Symposium Wasserversorgung am 29. und 30. Jänner 2020, um aktuelle Themen der Wasserwirtschaft zu diskutieren.

Trinkwasserversorger, VertreterInnen der öffentlichen Hand und Forschung im Erfahrungsaustausch
Fotocredit © ÖVGW/Scheiblecker

Die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorger setzen auf einen konstruktiven Dialog beim Grundwasserschutz
v.l.n.r.: DI Günter Liebel (Sektionsleiter Umwelt und Wasserwirtschaft, Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus), DI Franz Dinhobl (Präsident ÖVGW), DI Johannes Fankhauser (Sektionsleiter Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung), Dipl.-HTL.-Ing. Manfred Eisenhut (Bereichsleiter Wasser, ÖVGW)
Fotocredit © ÖVGW/Scheiblecker

l.: DI Sybille Glöckner, Tiroler Landesregierung, r.: DI Christine Lippitsch, BM für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Fotocredit © ÖVGW/Scheiblecker

Studie zu Auswirkungen erhöhter Grundwassertemperaturen

Die Folgen des Klimawandels stellen die Wasserversorger vor große Herausforderungen. Es ist zu erwarten, dass auch die Temperatur des Grundwassers ansteigen könnte und sich somit die mikrobielle Zusammensetzung verändert. Für die Trinkwasserversorger ist in diesem Zusammenhang relevant, ob sich dadurch auch die Temperatur im Verteilnetz auf dem Weg zum Endverbraucher ändert. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass es Veränderungen der Temperaturen im Verteilnetz gibt.

Studie „Wasserschatz Österreichs“

Österreichs an sich reiche Wasservorkommen sind unterschiedlich verteilt. In den letzten Jahren führten Hitzeperioden regional und saisonal vereinzelt zu abnehmenden Grundwasserständen. Die ÖVGW begrüßt daher, dass das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus die Studie „Wasserschatz Österreichs“ durchführen lässt. Diese stellt die tatsächlichen Wasserentnahmen den bewilligten Wasserrechten für Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Trinkwasser gegenüber und berechnet gleichzeitig wie viel Wasser eines bestimmten Grundwasserkörpers nutzbar ist.

Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie

Die Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie hat zum Ziel, die 20 Jahre alte Richtlinie an den aktuellen Stand der Entwicklungen anzupassen. Durch die Initiative der ÖVGW konnten 2019 schließlich wichtige Nachbesserungen erzielt werden. Die Hauptforderungen der ÖVGW – die Beibehaltung des bisherigen Untersuchungsumfanges und die Unterteilung in Parameter und Indikatorparameter – können bereits als erfüllt angesehen werden.

EuGH-Urteil zum Schutz des Grundwassers gegen Nitrateintrag

Diskutiert wird darüber, welche Auswirkungen das EuGH-Urteil auf den Schutz des Grundwassers gegen Nitrateintrag hat. „Die Trinkwasserversorgung ist von sauberen Grundwasserressourcen abhängig. Obwohl das Grundwasser in Österreich von sehr guter Qualität ist, gibt es in manchen Gebieten Grundwasserverunreinigungen aufgrund von Nitratbelastungen und Pflanzenschutzmitteln. Um in den betroffenen Gebieten das Grundwasser besser zu schützen, müssen die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorger den bestehenden konstruktiven Dialog vertiefen und Maßnahmen setzen, um die Qualität in den betroffenen Gebieten zu verbessern“, so Franz Dinhobl, Präsident der ÖVGW.

Pressetext


Wie jedes Jahr findet Ende Jänner die zweitägige Veranstaltung ÖVGW-Symposium Wasserversorgung statt.

Am 29. und 30. Jänner diskutiert die Trinkwasserbranche aktuelle technische, rechtliche, wirtschaftliche und ökologische Fragen der Trinkwasserversorgung.


Auf dem Programm stehen folgende spannende Themen:

  • EuGH-Urteil zum Schutz des Grundwassers gegen Nitrateintrag und die rechtlichen und praktischen Folgen für den zukünftigen Schutz der Wasserressourcen
  • Aktueller Stand der EU-Trinkwasserrichtline nach den EU-Trilogverhandlungen
  • Studienergebnisse zu den klimatischen Auswirkungen auf die Temperatur des Trinkwassers in den Leitungsnetzen

Das gesamte Programm und alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier


Neuerungen 2020

Mit Februar 2020 werden einzelne ÖVGWRichtlinien für Kunden-Erdgasanlagen (G K-Serie) wieder aktualisiert. Seit der Strukturumstellung im Jahr 2016 von G 1 & Co auf die G K-Serie wurden umfangreiche technische Anpassungen aufgrund von Normen- und Gesetzesänderungen bzw. praktischen Erfordernissen notwendig.

Folgende technischen Änderungen bringen die neuen ÖVGW-Richtlinien mit sich:

G K63 „Prüfverfahren für Leitungsanlagen“

Die Prüfdauer für die Dichtheitsprüfung im Zuge der Fertigstellungsprüfung (Errichtung und Änderung) ist nun volumenabhängig zu bestimmen.

Für die wiederkehrende Prüfung der Leitungsdichtheit wurde der Begriff „Gebrauchsfähigkeitsprüfung“ eingeführt, um eine eindeutige Unterscheidung zur Fertigstellungsprüfung zu schaffen. Die Gebrauchsfähigkeit einer Leitung ist nun bei Betriebsdruck zu beurteilen (statt bisher 1,3-facher Betriebsdruck).

Zur besseren Übersicht wurden die unterschiedlichen Verfahren in der Richtlinie zusätzlich neu gegliedert.

G K71 „In- und Außerbetriebnahme sowie Instandhaltung von Gasanlagen“

Bei der wiederkehrenden Überprüfung der gesamten Gasanlage wurden die umgangssprachlichen Begriffe Vorzähler-/ Nachzählerleitung aufgenommen.

Ein Teil der wiederkehrenden Überprüfung ist die Beurteilung der Leitungsdichtheit. Die diesbezüglichen Verweise führen nun alle eindeutig zur „neuen“ Gebrauchsfähigkeitsprüfung lt. G K63.

Des Weiteren wurden unter anderem Anpassungen bei der Inbetriebnahme, Wiederinbetriebnahme und Wartung von Gasgeräten sowie redaktionelle Änderungen zur besseren Lesbar- und Verständlichkeit vorgenommen.

G K72 „Betrieb von Gasanlagen“

Für die Gasdruckregelung wurden neue Inspektionsintervalle festgelegt.

Sofern es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, sind Kunden-Erdgasanlagen längstens alle 15 Jahre (bisher 12 Jahre) wiederkehrend zu prüfen. Für Industrieanlagen über 0,5 bar sowie Haushalts- und Gewerbeanlagen über 5 bar wurden zusätzliche Regelungen aufgenommen.

Weiterführende Informationen / Schulungen

Aufgrund der Änderungen in der G K63, G K71 und G K72 wurden auch die ÖVGWRichtlinien G K12 „Personalanforderung und Dokumentation“ und G K22 „Instandsetzung von Leitungsanlagen“ entsprechend adaptiert. Die aktuelle Gliederung der G K-Regeln finden Sie hier.

Der vorhandene zweitägige Spezialkurs Kunden-Erdgasanlagen wurde entsprechend aktualisiert. Zusätzlich wird es eine kurze Update-Schulung für GK-Kenner mit den aktuellen Neuerungen geben. Nähere Informationen zu den ÖVGW-Richtlinien für Kunden-Erdgasanlagen sowie zu den Kursterminen finden Sie auf www.ovgw.at im Bereich Regelwerk Gas oder Bildungsangebot Gas.

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen. Sie zählt alle Gasnetzbetreiber und mehr als 260 Unternehmen im Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 1.500 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der Bevölkerung mit Trinkwasser.